In der Primärbehandlung indolenter Lymphome ist die hochdosierte Radiochemotherapie mit nachfolgender Blutstammzelltransplantation häufig die einzige Behandlungsoption, die eine Heilungschance bietet. Dieser Perspektive stehen allerdings mögliche Langzeitkomplikationen gegenüber, insbesondere das Auftreten von Zweittumoren wie myelodysplastische Syndrome (MDS) und akute myeloische Leukämien (AML). In diesem Teilprojekt soll geklärt werden, welche Rolle prädisponierende Faktoren bei der Entstehung von Zweittumoren spielen und welche Möglichkeiten es gibt, diese frühzeitig zu erkennen.
Dazu werden Knochenmarkproben von Patienten mit malignen Lymphomen vor und nach Radiochemotherapie mit Stammzelltransplantation mittels moderner immunologischer und molekulargenetischer Methoden untersucht. Insbesondere ist der Nachweis immunphänotypisch veränderter Stammzellen und MDS- oder AML-assoziierter genetischer Alterationen sowie die Analyse der genomischen Instabilität und genetischer Polymorphismen für Fremdstoff-metabolisierende (Entgiftungs-)Enzyme vorgesehen. Ziel ist es, neue Einblicke in die pathogenetische Entwicklung sekundärer Neoplasien zu gewinnen und unmittelbar die frühzeitige Erkennung und Behandlung dieser Erkrankungen zu optimieren.