Der medizinische Fortschritt hat dazu geführt, dass circa 90 Prozent aller Tumorpatienten ambulant behandelt werden können. In den letzten Jahren sind deshalb nahezu flächendeckend Schwerpunktpraxen für Hämatologie und Onkologie entstanden, onkologische Therapien haben sich deutlich vom stationären in den ambulanten Bereich verlagert. Für die Patienten bedeutet dies einen Gewinn an Lebensqualität, da stationäre Behandlungen vermieden oder verkürzt werden können. Den onkologischen Schwerpunktpraxen wächst damit eine steigende Verantwortung zu, sich an der Weiterentwicklung medizinischer Konzepte und an der klinischen Forschung zu beteiligen.
Im Rahmen des Kompetenznetzes haben sich bereits mehr als 80 hämato-onkologische Schwerpunktpraxen in Deutschland zusammengeschlossen, um gemeinsam ein Qualitätsmanagement für Lymphom-Patienten in der Regelversorgung zu etablieren. Ergebnisse der medizinischen Spitzenforschung sollen zeitnah bei den betreuenden Ärzten und Patienten bekannt gemacht und in diagnostisches und therapeutisches Handeln umgesetzt werden. Ziel ist es auch, die Beteiligung der Schwerpunktpraxen an klinischen Studien zu fördern: Gerade in der Onkologie wird ein wesentlicher Teil des Fortschritts durch kontrollierte klinische Studien erreicht, an denen die Schwerpunktpraxen bislang jedoch nicht ausreichend beteiligt sind.