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Referenzstrahlentherapie-DHSG

Referenzstrahlentherapie der Deutschen Hodgkin Lymphom Studiengruppe
Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie der Universität zu Köln

In der Referenzstrahlentherapie der Universität zu Köln unter der Leitung von Prof. Dr. R.-P. Müller werden die laufenden Studien der Deutschen Hodgkin Lymphom Studiengruppe (DHSG) betreut.

Überblick

Mit Beginn der vierten Studiengeneration der DHSG (HD10-12) im Mai 1998 wurden die prospektive Bestrahlungsplanung für die frühen und intermediären Stadien, das Radiotherapiepanel für die fortgeschrittenen Stadien und die Qualitätsbeurteilung der durchgeführten Radiotherapien von der Klinik für Strahlentherapie der Universität zu Köln übernommen.

In den Studien für die frühen (HD10) und intermediären (HD11) Stadien wird das Konzept der kombinierten Therapie mit Chemotherapie und nachfolgender Radiotherapie fortgesetzt, dass zuvor in den Studien HD7 und HD8 eingesetzt wurde. Allerdings wurde die Extended Field-Radiotherapie zugunsten der Involved Field-Radiotherapie (link) verlassen, die applizierte Strahlentherapiedosis beträgt je nach Studienarm 20 oder 30Gy. Die Involved Field-Radiotherapie bedeutet für die Patienten eine erheblich reduzierte Strahlendosis im Bereich vieler Normalgewebe. Die aktuellen Zwischenauswertungen der HD10 und HD11-Studien belegen, dass die Akuttoxizitäten durch die Strahlentherapie gering sind.Referenzstrahlentherapie Die deutlich volumenreduzierte Strahlentherapie des Morbus Hodgkin setzt ein bildgebend belegtes, qualitativ hochwertiges Staging voraus, um eine optimale Bestrahlungsplanung zu gewährleisten. Erstmals sind die teilnehmenden Studienärzte aufgefordert, vor Beginn der Therapie die gesamte Schnittbilddiagnostik an die Referenzstrahlentherapie nach Köln zu schicken. Hier werden die Bilder beurteilt, die Studienzugehörigkeit überprüft und ein Bestrahlungsplan erstellt.

Nach Abschluß der Strahlentherapie werden die Bestrahlungspläne, Simulationsaufnahmen und Feldkontrollen ebenfalls an die Referenzstrahlentherapie Köln gesendet. Ein Expertenpanel analysiert retrospektiv die Qualität der durchgeführten Involved Field-Radiotherapie im Hinblick auf die vollständige Erfassung des empfohlenen Bestrahlungsvolumens, applizierte Strahlendosis, Gesamtbehandlungszeit sowie technische Bestrahlungsparameter.

In den fortgeschrittenen Stadien (HD12) erhalten alle Patienten eine Chemotherapie mit BEACOPP in unterschiedlicher Intensität. Zur Klärung der Frage, ob nach dieser intensiven Vorbehandlung noch eine additive Radiotherapie erforderlich ist, schließt sich für einen Teil der Patienten eine Radiotherapie mit 30Gy in den initialen Bulkregionen oder Restlymphomen nach Chemotherapie an, die übrigen Patienten werden nicht bestrahlt. Um Patienten mit ausgedehnten Restlymphomen zu erfassen, die auch unabhängig von der Randomisation eine Strahlentherapie erhalten sollen, wird die gesamte Bildgebung der Patienten nach Abschluss der Chemotherapie an die Referenzstrahlentherapie geschickt und von einem interdisziplinären Expertenpanel, bestehend aus einem Radioonkologen, einem Radiologen und einem internistischen Onkologen, begutachtet. Daraufhin wird ein patientenspezifischer Radiotherapieplan erstellt.RadiotherapiepanelDie Studien HD10 - HD12 sind mittlerweile geschlossen. Bislang wurden in den Studien HD10 und HD11 mehr als 2600 Radiotherapiepläne prospektiv erstellt und im Rahmen des HD12-Panels die Bildgebung von ca. 1000 Patienten beurteilt. Die retrospektive Beurteilung der durchgeführten Radiotherapie nimmt voraussichtlich noch 1-1,5 Jahr in Anspruch.

Am 28.1.2003 startete die fünfte Studiengeneration der DHSG (HD13-15). Die erwarteten Patientenzahlen betragen 1200-1300 für HD13, 1200 für HD14 und 1000-1200 für HD15. Die Rekrutierungsdauer liegt voraussichtlich bei 5 Jahren.

Aufgaben der Referenzstrahlentherapie:

  1. Zweitbeurteilung der initialen Diagnostik für die frühen und intermediären Stadien in der vierten (HD10 und HD11) und fünften (HD13 und HD14) Studiengeneration und anschließend prospektive Erstellung eines Bestrahlungsplans.

  2. Beratung der Strahlentherapeutischen Kliniken und Praxen bei der Bestrahlungsplanung und -durchführung.

  3. Retrospektive Beurteilung der durchgeführten Radiotherapien anhand der eingesandten Bestrahlungspläne, Simulationsaufnahmen und Feldkontrollen.

  4. Organisation und Durchführung des Radiotherapie-Panels für die fortgeschrittenen Stadien (HD12), in dem zusammen mit Radiologen und internistischen Onkologen das Therapieansprechen auf die durchgeführte Chemotherapie beurteilt wird und Patienten mit größeren Resttumoren einer Radiotherapie zugeführt werden.

  5. Teilnahme am PET-Panel (HD15) für die fortgeschrittenen Stadien. Für Patienten mit Resttumoren und positiven PET-Befunden ist eine additive Radiotherapie vorgesehen. In diesen Fällen wird ein Bestrahlungsvorschlag erstellt.

  6. Organisation und Leitung von jährlichen Workshops für die an den Studien teilnehmenden Strahlentherapeuten, um langfristig die Qualität der Radiotherapie des Morbus Hodgkin zu optimieren.

Aktuelles:

Im Rahmen des Studientreffens der Deutschen Hodgkin Lymphom Studiengruppe findet auch im Jahr 2005 wieder ein Workshop zur Strahlentherapie des M. Hodgkin statt.

10. November 2005, Beginn um 14 Uhr, Ende gegen 17 Uhr.
Veranstalter: Klinik fr Strahlentherapie der Universitt zu Kln.
Leitung: Prof. Dr. R.-P. Mller, PD Dr. H.T. Eich
Ort: Kln, im Hrsaal der Klinik fr Orthopdie des Klinikums der Universitt zu Kln
Anmeldung ber die Studienzentrale der DHSG
Tel:. +49 (0)221/478-6032
Fax +49 (0)221/478-6311


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