Kompetenznetz Maligne Lymphome
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Ziele & Chancen der IVML

Zur Optimierung von Behandlungsprozessen,  die eine Zusammenführung von ambulanter und stationärer Behandlung  und eine enge Kooperation von verschiedenen medizinischen Fachrichtungen erfordern, wurden gesetzliche Voraussetzungen geschaffen, um diese Abläufe zwischen Krankenkassen und allen an der Behandlung Beteiligten vertraglich regeln zu können.

Mit der am 1. Mai 2008 in Kraft getretenen Vereinbarung zur „Integrierten Versorgung von Patienten mit malignen Lymphomen (IV-ML)“ haben die Verbände der Angestellten-Krankenkassen (VdAK) und der Arbeiter-Ersatzkassen e. V. (AEV) neue Maßstäbe bei der Entwicklung von Integrationsprojekten für Tumorpatienten gesetzt. Gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern möchten sie bei Patienten mit bösartigen Lymphdrüsenerkrankungen dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand entsprechende Therapiekonzepte bundesweit anwenden. Zum 1. Januar 2009 konnte die bestehende Vereinbarung unbefristet verlängert werden. Seit dem 01.04.2010 ist auch die AOK Rheinland/Hamburg zum Vertrag der IVML beigetreten. Koordiniert wird das Projekt durch die Zentrale des Kompetenznetzes Maligne Lymphome, mit Sitz an der Uniklinik Köln.

Ziele der Integrierten Versorgung

  • Behandlung aller Versicherten nach dem international führenden Standard der beteiligten KML-Studiengruppen,
  • Facharzt-übergreifende (interdisziplinäre) und Sektor-übergreifende (ambulant/stationär) medizinische Betreuung für alle Patienten,
  • Unverzügliche Umsetzung des medizinischen Fortschritts in die medizinische Praxis,
  • Transparenz der Versorgungsqualität durch Veröffentlichung von Struktur- und Qualitätsberichten.
Dies wird in der IVML durch folgende Abläufe erreicht:
  • Die Diagnose wird durch eine Zweituntersuchung der Gewebeprobe in einem auf die Lymphomdiagnostik spezialisierten pathologischen Institut gesichert.
  • Das Therapiekonzept wird vor Beginn der Behandlung interdisziplinär unter allen beteiligten Ärzten abgestimmt.
  • Die Behandlung wird durch einen onkologischen Facharzt koordiniert, der Patienten und Hausärzten als Ansprechpartner zur Verfügung steht.
  • Problematische Einzelfälle werden bei Bedarf mit dem Expertenteam der beteiligten KML-Studiengruppen beraten.
  • Die beteiligten Zentren und Praxen tauschen ihre Erfahrungen aus.
  • Alle Behandlungsprozesse und -ergebnisse werden dokumentiert. Die Behandlungsqualität der Zentren wird anonym ausgewertet und in einem Qualitätsbericht veröffentlicht.

Chancen: Versicherte profitieren von vertraglichen Standards

In den letzten Jahrzehnten wurden erhebliche Fortschritte in der Behandlung von Patienten mit malignen Lymphomen erreicht. Diese erfreuliche Entwicklung ist maßgeblich auf die Arbeit der auf diesem Gebiet forschenden Studiengruppen zurück zu führen, von denen sich elf im Kompetenznetz Maligne Lymphome (KML) zusammengeschlossen haben um durch kooperierendes Arbeiten bestmögliche Forschungsergebnisse zu erzielen. Diese KML-Studiengruppen sind jeweils für unterschiedliche Entitäten innerhalb der Gruppe der malignen Lymphome zuständig und unterstützen das Projekt der Integrierten Versorgung von Patienten mit malignen Lymphomen.

Die Studiengruppen kooperieren mit einem Netz von Behandlungszentren im gesamten Bundesgebiet, in denen Patienten nach den aktuellen Therapiekonzepten der Studiengruppen behandelt werden und in denen auf die Einhaltung von den vorgegebenen Qualitätsstandards geachtet wird. Studienzentren können sowohl Kliniken mit internistisch- bzw. hämato-onkologischer Fachabteilung (bei Kindern pädiatrisch-hämato-onkologischer Fachabteilungen) als auch hämato-onkologische Schwerpunktpraxen (Facharztpraxis) sein.

Versicherte, die an der IVML in einem dieser Behandlungszentren teilnehmen, profitieren von folgenden vertraglich vereinbarten Standards:

  • Jedem Versicherten wird ein onkologischer Facharzt (Spezialist für Tumorerkrankungen) als koordinierender Arzt zur Seite gestellt. Dieser führt ihn durch die gesamte Behandlung und steht als fester Ansprechpartner zur Verfügung. Der koordinierende Arzt klärt den Versicherten zunächst über das für ihn geeignete Behandlungsprotokoll ausführlich auf und stimmt die einzelnen Untersuchungs- und Behandlungsschritte ab. Die Dokumentation der Behandlung wird von dem koordinierenden Arzt geführt. Er ist auch für den Kontakt mit dem Hausarzt zuständig.


  • Die Behandlung orientiert sich an höchsten Qualitätsstandards. So wird z. B. die Diagnose malignes Lymphom nicht nur durch eine histologische Untersuchung am jeweiligen Zentrum gesichert. Zusätzlich findet eine zweite Untersuchung (Referenzdiagnostik) der histologischen Probe an einem ausgewählten pathologischen Institut statt, in dem Experten für die feingewebliche Untersuchung von malignen Lymphomen arbeiten. Dies sichert selbst in schwierigen Fällen eine exakte Diagnose. Die gesamte Diagnostik und Therapie wird nach den von Studiengruppen erarbeiteten Protokollen durchgeführt, welche die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse berücksichtigen. Falls Sie nicht an einem aktuellen Therapieprotokoll teilnehmen können oder falls während der Therapie Probleme auftreten, stimmen die behandelnden Ärzte vor Ort sich mit der Studienleitung über das optimale Vorgehen ab.


  • In jedem Zentrum gibt es eine integrierte Versorgungsstruktur. Für die Behandlung von Patienten mit malignen Lymphomen ist es notwendig, dass mehrere Fachdisziplinen zusammenarbeiten, insbesondere Internisten bzw. Kinderärzte und Strahlentherapeuten. Außerdem müssen für spezielle Untersuchungen und Behandlungen weitere Fachärzte hinzugezogen werden, z. B. Radiologen, Pathologen, Chirurgen, Kardiologen, Endokrinologen (Spezialisten für Stoffwechselprozesse), Gynäkologen usw. In allen an der integrierten Versorgung teilnehmenden Behandlungszentren gibt es feste Kooperationspartner, so dass an den Schnittstellen keine wichtigen Informationen verloren gehen und Doppeluntersuchungen vermieden werden. Außerdem wird vor Beginn der Behandlung oder beim Auftreten besonderer Probleme eine interdisziplinäre Tumorkonferenz einberufen, in der alle an der Behandlung des Patienten beteiligten Ärzte gemeinsam festlegen, nach welchem Therapiekonzept die Behandlung durchgeführt werden soll.

Um bundesweit nach einem Studienzentrum für die Behandlung einer definierten Unterform eines Lymphoms zu suchen, können Sie die KML-Zentrensuche benutzen. Um zu sehen, welche Studienzentren bereits der integrierten Versorgung beigetreten sind, können Sie die Liste der teilnehmenden Zentren einsehen.

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  • Kontakt

  • Laura Borgolte, B.Sc.
    Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.
    Universitätsklinikum Köln (AöR)
    Joseph-Stelzmann-Str. 9
    D-50924 Köln
    Tel.: 0221) 478-7402 oder 478 7400
    Fax: (0221) 478 7406
    E-Mail: E-Mail-Adresse

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