Modellbasierte Metaanalyse zur Schätzung von Dosis-Wirkungs-Beziehungen bei Polychemotherapie
Unter dem Begriff "Evidence based Medicine" wird eine Patientenversorgung verstanden, die sich auf methodisch erhobenen Daten aus wissenschaftlich fundierten, hochwertigen klinischen Studien stützt. Die Evidenzbasierung im Bereich der Lymphome ist in Einzelprojekten relativ weit fortgeschritten, allerdings sind viele Ergebnisse nur für den Spezialisten transparent aufgearbeitet und zugänglich.
Im Rahmen des hier vorgelegten Projektes sollen Fragen zum Dosis-Wirkungszusammenhang von Polychemotherapien bei Lymphom-Patienten systematisch untersucht werden. Zusätzlich sollen die relativen Gewichte bestimmt werden, welche den eingesetzten Zytostatika darin jeweils zukommen. Hierzu ist es notwendig, alle zur Verfügung stehenden Daten aus der internationalen Literatur und anderen Quellen zu sichten (vergl. Teilprojekt 8B Cochrane). Dabei sind insbesondere Daten aus randomisierten klinischen Chemotherapievergleichsstudien beim Hodgkin-Lymphom und Non-Hodgkin-Lymphom zu berücksichtigen. Unter Zuhilfenahme eines mathematischen Modells finden alle ermittelten Daten Eingang in eine modellbasierte Metaanalyse (Metaregression), die Rückschluss über eine allgemeine mittlere Dosis/Wirkungs- Beziehung und die tatsächliche Wirksamkeit einzelner Chemotherapiekombinationen oder Einzelsubstanzen gibt.
Es ist das Ziel dieses Projektes, auf der Basis einer solchen Metaanalyse Optimierungsmöglichkeiten der Chemotherapie bei Lymphomen aufzuzeigen und entsprechende Therapiestudien zu initiieren, welche bei Erfolg zu einer Verbesserung der Behandlung von Lymphompatienten führen können.