Teilprojekt 7:
Prospektive
gesundheitsökonomische Evaluation der medizinischen Versorgung von Patienten mit malignen Lymphomen
Ausgangspunkt für das Projekt Prospektive gesundheitsökonomische Evaluation der medizinischen Versorgung von Patienten
mit malignen Lymphomen" (Leitung Prof. Dr. Dr. Karl Lauterbach, Dr. Ronald Walshe, TP 7) war die Feststellung, dass in
Deutschland keine aussagekräftigen ökonomischen Informationen zur Versorgung von Patienten mit malignen Lymphomen
existierten. In dem Teilprojekt sollten deshalb im Rahmen einer gesundheitsökonomischen Untersuchung die direkten und
indirekten Kosten, die mit der Behandlung von neu diagnostizierten Patienten assoziiert sind, evaluiert werden. Ziel
war es, die Kostendaten für Patienten mit malignen Lymphomen zu ermitteln und die Einflussfaktoren zu identifizieren,
die für die Kosten der Versorgung besonders relevant sind, beispielsweise die überwiegende Behandlung im ambulanten
oder stationären Bereich und die Fachqualifikation des behandelnden Arztes. Die Datenerhebung erstreckte sich über fünf
Kalenderjahre von 1998 - 2002. Die Kostenerfassung erfolgte anhand des Patientenbuches das für Teilprojekt 6 entwickelt
wurde. Beide Teilprojekte (TP6 und 7) betrieben ihre Datenerhebung gemeinsam und haben sich wegen ihrer engen
Kooperation zum „Köln-Saarländischen Lymphomprojekt“ zusammengeschlossen.
Die Datenauswertung zeigte, dass von den 192 rekrutierten Patienten 44 % ambulant behandelt wurden, 22 % wurden
stationär behandelt, 19 % wurden in einem kombinierten Strategie aus ambulanter und stationärer Therapie behandelt (bei
weiteren 15 % war der Behandlungsrahmen unklar). 82 % Patienten wurden von einem hämatologisch-onkologischen Facharzt
behandelt, bei 13 % der Patienten verfügte der behandelnde Arzt nicht über eine entsprechende Fachqualifikation (bei
weiteren 5 % war die ärztliche Fachqualifikation unklar). Die durchschnittlichen Krankenhaus- und Chemotherapiekosten
während der ersten sechs Behandlungsmonate nach initialer Diagnosestellung betrugen für Hodgkin-Patienten 6337,- € bzw.
10040,- €, für NHL-Patienten 9787,- € bzw. 6721,- €, für CLL-Patienten 1055,-€ bzw. 749,-€ und für MM-Patienten 9016,-
bzw. 4871,-. Exemplarisch wurden folgende Kosten für die ambulante Behandlung eines Patienten berechnet: für die
Behandlung von HD-Lymphom 9487,- €; für Non-Hodgkin Lymphom 7255,- €; für Chronisch lymphatische Leukämie 316,- €; für
die Watch-and-wait-Strategie bei Multiplem Myelom 565,- €. Weitere gesundheitsökonomische Auswertungen der erhobenen
Daten erfolgten im Rahmen des Teilprojektes 6.