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Therapie aggressiver Non-Hodgkin-Lymphome

Hochmaligne (also aggressiv verlaufende) Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) schreiten rasch fort und streuen schon in frühen Krankheitsstadien Lymphomzellen im Organismus aus. Das Ziel einer Heilung des Patienten ist nur durch eine frühzeitig begonnene Chemotherapie erreichbar, da die Erkrankung unbehandelt rasch tödlich verläuft. Nur bei einem Drittel der Patienten ist die Erkrankung zum Diagnosezeitpunkt noch örtlich begrenzt.

Die (selteneren) hochmalignen Lymphome sprechen besser auf die Behandlung an als niedrigmaligne NHL. Sie können mit einer Kombinationschemotherapie auch noch in fortgeschrittenen Stadien wirkungsvoll bekämpft werden. Dabei werden die Nebenwirkungen bewusst in Kauf genommen. Durch die Chemotherapie bildet sich die Erkrankung in frühen Stadien praktisch bei allen und selbst in fortgeschrittenen Stadien bei rund 60% der Patienten vollständig zurück. Die Standardchemotherapie folgt dem CHOP-Schema (Zytostatika-Kombination), das aus den Zytostatika Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin und Prednison besteht und ggf. um die Substanz Etoposid (CHOEP) oder dem Antikörper Rituximab (R-CHOP) erweitert werden kann. Es werden in der Regel 6 - 8 Zyklen verabreicht.

Tabelle: Stadieneinteilung maligner Lymphome

Ist durch die Chemotherapie die Blutbildung stark beeinträchtigt und der Patient durch Infektionen und Blutungen gefährdet, können unterstützend Wachstumsfaktoren der Blutbildung (G-CSF oder GM-CSF) gegeben werden.

Hochmaligne Non-Hodgkin-Lymphome im Stadium I und II

Auch wenn es so scheint, als sei nur eine Lymphknotenregion oder ein Organ befallen, werden hochmalige Lymphome immer mit einer Kombinationschemotherapie (s. o.) behandelt, welche ggf. mit einer Strahlentherapie kombiniert werden kann.

Hochmaligne Non-Hodgkin-Lymphome im Stadium II, III oder IV

Bei fortgeschrittenen Stadien (Stadium II = Befall mehrerer Lymphknotenregionen auf einer Seite des Zwerchfells, III = Befall auf beiden Seiten des Zwerchfells, IV = Befall von Organen und Geweben außer der Lymphknoten) kommen die gleichen Kombinationen von Medikamenten (s. o.)zum Einsatz wie in örtlich begrenzten Stadien. Bei sehr großen Lymphomen, bei Befall außerhalb von Lymphknoten oder wenn nach der Chemotherapie noch Tumorreste vorhanden sind, kann sich eine Bestrahlung anschließen. Behandlungsmöglichkeiten:

  • Kombinierte Chemotherapie.
  • Hochdosis-Chemotherapie mit Transplantation von autologen (eigenen) Stammzellen aus dem peripheren Blut (Teilnahme an einer klinischen Studie).
  • Teilnahme an einer klinischen Studie zur Erprobung neuer Polychemotherapien.

Derzeit wird in klinischen Studien geprüft, ob bei bestimmten Patientengruppen eine Hochdosis-Chemotherapie bereits in der Erstbehandlung sinnvoll ist. Zu diesen Gruppen zählen Patienten unter 60 Jahren im Stadium III oder IV mit zusätzlichen Risikofaktoren. Auch in Fällen, wo mit normal dosierter Chemotherapie keine komplette Rückbildung der Erkrankung erreicht werden konnte, kommt eine hochdosisierte Behandlung mit Stammzelltransplantation in Frage. Zusätzlich wird untersucht, inwieweit bei jüngeren Patienten ohne Risikofaktoren, sowie älteren Patienten über 60 Jahre intensivierte Therapien (moderate Dosiserhöhung des CHOEP-Schemas, Kombination von Chemo- mit Antikörpertherapie, Verkürzung der Therapieintervalle) die Ergebnisse verbessern können.

Hochmaligne Non-Hodgkin-Lymphome mit Befall des Zentralnervensystems

Einige Formen der Lymphome befallen (in ca. 40% der Fälle) das Zentralnervensystem. Hier bestrahlt man den Gehirnschädel, evtl. auch das Rückenmark, und verabreicht Zytostatika (meist Methotrexat) und ein Kortisonpräparat direkt (intrathekal) ins Hirnwasser (Liquor). Dies ist notwendig, weil die meisten Zytostatika die Barriere zwischen Blutbahn und Hirngewebe (Blut-Hirn-Schranke) nur schlecht durchdringen können. Trotz der aggressiven Chemotherapie sind Rezidive, also Rückfälle, häufig. Da jedoch eine Vielzahl von Chemotherapeutika bei NHL wirksam sind, ergeben sich auch für diese Patienten noch weitere Behandlungsmöglichkeiten.

Primäre hochmaligne Lymphome des Zentralnervensystems ohne Beteiligung anderer Körperregionen sind im Allgemeinen selten, treten jedoch bei AIDS-Patienten gehäuft auf. Die Behandlung umfasst Chemotherapie einschließlich Verabreichung in das Hirnwasser durch ein Kathetersystem und Bestrahlung des Zentralnervensystems.

Lymphoblastische Lymphome und Burkitt-Lymphome

Diese Lymphomarten zählen zu den aggressiven Non-Hodgkin-Lymphomen, ihre Behandlung richtet sich aber gewöhnlich nach dem Behandlungsschema für die akute lymphatische Leukämie. Die Behandlung kann eine der folgenden sein:

  • Polychemotherapie, einschließlich Behandlung des Zentralnervensystems
  • Kombinierte Chemo- und Strahlentherapie.
  • Knochenmarktransplantation (wird in klinischen Studien untersucht).

Weitere Informationen zur Behandlung der akuten lymphatischen Leukämie bietet das Kompetenznetz Leukämien.

Studien der Deutschen Studiengruppe Hochmaligne Non-Hodgkin-Lymphome (DSHNHL)

Die Deutsche Studiengruppe für hochmaligne Non-Hodgkin-Lymphome (DSHNHL) führt Studien zur Therapie aggressiver Lymphome durch. Die Studien der DSHNHL haben weltweit zur Anerkennung neuer Therapiekonzepte beigetragen. Ausführliche Informationen über die DSHNHL und ihre klinischen Studien finden Sie hier:

Deutsche Studiengruppe Hochmaligne Non-Hodgkin-Lymphome (DSHNHL)

Beratungsmöglichkeiten

Eine persönliche Beratung durch einen Facharzt kann – und darf – diese Website nicht ersetzen. Wenn Sie deshalb direkt mit einem Lymphom-Spezialisten kontakt aufnehmen möchten, steht Ihnen auf unserer Website eine Suchfunktion für Krankenhäuser und Facharztpraxen in Ihrer Nähe zur Verfügung, die mit dem Kompetenznetz bei der Behandlung von malignen Lymphomen zusammenarbeiten.

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  • Datum:
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    Internationales Symposium des Kompetenznetzes Leukämien
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    03.02.2012,
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    Studientreffen der Deutschen Studiengruppe Gastrointestinale Lymphome (DSGL)
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