Kompetenznetz Maligne Lymphome
  1. Das Kompetenznetz
  2. Informationen zur Krankheit
  3. Studien & Studiengruppen
  4. Hilfe & Unterstützung
  5. Integrierte Versorgung
Stichwortsuche

Diese Seiten mit Google durchsuchen:

Sie sind hier: Startseite » Informationen zur Krankheit » Non-Hodgkin-Lymphome » Therapie

Therapie der Non-Hodgkin-Lymphome


Es gibt für die verschiedenen Formen der Non-Hodgkin-Lymphome eine Reihe von Behandlungsmethoden. Häufig werden verschiedene Therapien miteinander kombiniert, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Diese Kombinationen sind für jedes Lymphom unterschiedlich, so daß man nicht von einem generellen Standard in der Non-Hodgkin-Lymphom-Therapie sprechen kann.

Im Folgenden werden die zur Verfügung stehenden Therapieoptionen vorgestellt. Wenn Sie für detaillierte Fragen oder eine persönliche Beratung einen Spezialisten kontaktieren möchten, können Sie auf unserer Website nach Krankenhäusern und Facharztpraxen in Ihrer Nähe suchen, die mit dem Kompetenznetz bei der Behandlung von malignen Lymphomen zusammenarbeiten.

Abwarten & Beobachten (auch "Watch & Wait"):
In Fällen, in denen die Erkrankung nur sehr langsam fortschreitet, keine oder nur geringe Beschwerden verursacht und eine frühzeitige Therapie keine Vorteile gegenüber einem verzögerten Behandlungsbeginn bietet, besteht die Möglichkeit zunächst auf eine Therapie zu verzichten. Es erfolgt jedoch eine regelmäßige und engmaschige Kontrolle der Symptome, die gegebenenfalls dazu führt, dass zu einem späteren Zeitpunkt eine Behandlung durchgeführt wird. Ob die Strategie des Abwartens & Beobachtens verfolgt wird, hängt entscheidend vom Typ des Lymphoms ab. Nur indolente Lymphome qualifizieren für diese Art der Behandlung. Bei aggressiv verlaufenden Lymphomen ist in jedem Fall ein sofortiger Therapiebeginn notwendig.


Strahlentherapie:
Hochdosierte Röntgenstrahlen oder andere hochenergetische Strahlen werden zum Abtöten der Krebszellen und zum Verkleinern der Tumore eingesetzt. Indolente Lymphome der Stadien I und II werden kurativ mit einer alleinigen Strahlentherapie behandelt, die Behandlung anderer Lymphome nutzt die Strahlentherapie häufig in Kombination mit einer Chemotherapie.


Chemotherapie:
Medikamente (i.d.R. Zytostatika) werden eingesetzt, um Krebszellen abzutöten und Geschwülste schrumpfen zu lassen. Die Zytostatika können in Tablettenform eingenommen werden, oder sie werden dem Körper direkt über eine Vene oder in einen Muskel zugeführt. Die Chemotherapie ist eine "systemische Therapie", d.h. die Medikamente verteilen sich über die Blutbahnen im ganzen Körper und greifen schnell wachsende Zellen wie z.B. Krebszellen an. Allerdings werden auch gesunde schnell wachsende Zellen, wie z. B. Knochenmarks-, Schleimhaut- oder Haarzellen, geschädigt, was zu einer Reihe von Nebenwirkungen, wie z. B. Blutarmut oder Haarausfall führen kann.


Zytokintherapie:
Die Zytokintherapie versucht das Immunsystem des Körpers zu stimulieren den Krebs selbst zu bekämpfen. Sie nutzt körpereigene Botenstoffe, um die natürliche eigene Körperabwehr anzuregen, zu lenken oder wiederaufzubauen. Zytokine sind Stoffe, die zwischen den Abwehrzellen und anderen weißen Blutkörperchen vermitteln. Zu ihnen gehören z.B. die verschiedenen Interleukine und Interferone, deren Wirkung in einer Erhöhung der Abwehrbereitschaft und der gezielten Aktivierung mancher Zelltypen besteht.

Die Zytokintherapie ist von den sogenannten "alternativen" Therapieverfahren abzugrenzen, da die Wirkung der Zytokine in zahlreichen Studien wissenschaftlich belegt werden konnte. Unter "alternativen" Behandlungsmethoden werden Ansätze mit Mistel-, Thymus- und anderen biologischen Präparaten zusammengefasst. Die Wirkung dieser Ansätze ist unbewiesen und stellt nach derzeitigem Wissensstand keine Alternative zu wissenschaftlich fundierten Therapien dar. Da bei den Non-Hodgkin-Lymphomen Zellen des Immunsystems entartet sind, könnte es durch eine ungezielte Immunstimulation im ungünstigstem Fall sogar zu einer Beschleunigung des Krankheitsprozesses kommen.


Antikörpertherapie:
Antikörper erkennen typische Oberflächenstrukturen (Antigene) an der Außenseite von Krebszellen. Daher sind künstlich hergestellte Antikörper in der Lage Giftstoffe oder Radioisotope gezielt an die bösartigen Zellen herantragen. Einige Antikörper haben auch einen direkten zellschädigenden Effekt. Ein solcher Antikörper mit Namen Rituximab (MabTheraß), der gegen das Antigen "CD20" gerichtet ist, zeigte vielversprechende Behandlungsergebnisse. Eine Antiköpertherapie ist nur möglich, wenn die entarteten Zellen auch das entsprechende Antigen auf ihrer Oberfläche besitzen. Teilweise wird die Antikörpertherapie in Kombination mit einer Chemotherapie durchgeführt.

Radioimmuntherapie:
Die Radioimmuntherapie ist zur Zeit Gegenstand von klinischen Studien. Hier wird der Krebs mit einem Antikörper behandelt, der ein spezifisches Antigen (Oberflächenstruktur) erkennt und mit einer radioaktiven Substanz verbunden ist. Der Antikörper heftet sich nach Injektion in den Körper an die Tumorzellen, die das entsprechende Antigen tragen. Die Zellen werden daraufhin durch die radioaktiven Substanz gezielt bestrahlt und dadurch zerstört.


Hochdosistherapie und periphere Stammzelltransplantation:
Die Hochdosistherapie in Kombination mit Knochenmarktransplantation oder der Transplantation von Stammzellen aus dem peripheren Blut werden zur Zeit in klinischen Studien erprobt.

Es wird zunächst eine sehr hoch dosierte Chemotherapie (mit oder ohne zusätzliche Bestrahlung) gegeben, so dass auch widerstandsfähige Lymphomzellen im Körper abgetötet werden. Diese hohen Chemotherapie-Dosen zerstören allerdings auch den großten Teil des Knochenmarks. Um es zu ersetzen, wird bei der Knochenmarktransplantation vor der Chemotherapie Knochenmark aus den Knochen entnommen und mit Medikamenten und anderen Substanzen behandelt, um ggf. alle darin vorhandenen Krebszellen zu zerstören. Das so behandelte Knochenmark wird eingefroren und dem Patienten nach der Hochdosistherapie über eine Vene zurückgegeben. Stammt das Knochenmark vom Patienten selbst, nennt man diese Variante der Transplantation eine "autologe Transplantation". Kommt das Mark von einem fremden Spender, handelt es sich um eine "allogene Transplantation" (allo = fremd).

Bei der Transplantation von Stammzellen aus dem peripheren Blut werden vor der Hochdosistherapie aus dem zirkulierenden Blut des Patienten Stammzellen entnommen, die dann nach der Behandlung zurückgegeben werden. Bei der Transplantation von Stammzellen aus dem peripheren Blut kommen die Stammzellen in der Regel vom Patienten selber (autologe Transplantation).

Die autologe Transplantation hat den Vorteil, dass der Körper seine eigenen Zellen ohne Probleme annimmt. Es besteht allerdings die Gefahr, dass bei der Transplantation Krebszellen in den Körper zurück übertragen werden. Die allogene Transplantation stellt sicher, das nur gesunde Zellen übertragen werden, es kommt jedoch häufig zu starken Nebenwirkungen und zu einer Abstoßungsreaktion durch die Zellen des Spenders ("graft versus host disease").


Wahl der Behandlung:
Die Wahl der Behandlung eines Non-Hodgkin-Lymphoms hängt vom Stadium der Erkrankung, von der Histologie und der Einschätzung der Bösartigkeit (Grading), vom Alter des Patienten und von seinem Allgemeinbefinden ab. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen hoch- und niedrigmalignen Lymphomen.


Therapie der indolenten Non-Hodgkin-Lymphome
Therapie der aggressiven Non-Hodgkin-Lymphome
Nebenwirkungen und Spätfolgen

Zentrensuche

  • Suchen Sie ein onkologisches Behandlungszentrum in Ihrer Nähe?
    Zentrensuche

Aktueller Newsletter

    Nr. 20 - Dezember 2011
  • Herunterladen

Aktuelles

  • KML-Symposium beim DGHO 2011
  • alle Meldungen

Termine

  • Datum:
    31.01./01.02.2012,
    Ort:
    Mannheim
    Titel:
    Internationales Symposium des Kompetenznetzes Leukämien
  • Datum:
    03.02.2012,
    Ort:
    Münster
    Titel:
    Studientreffen der Deutschen Studiengruppe Gastrointestinale Lymphome (DSGL)
  • Alle Termine

Navigation

Informationen zur Krankheit

  1. Einführung
  2. Hodgkin-Lymphome
  3. Non-Hodgkin-Lymphome
    1. Häufigkeit & Ursache
    2. Symptome
    3. Einteilung
    4. Therapie
      1. Agressive NHL
      2. Indolente NHL
      3. Aktuelle Studien DSHNHL
      4. AktuelleStudien GLSG
    5. Nebenwirkungen & Spätfolgen
    6. Nachsorge
  4. Chron. Lymphatische Leukämie
  5. Multiples Myelom
  6. Diagnose- und Therapieverfahren
  7. Pathologie & Klassifikation

Foerderer, Partner und Zertifikate

Bundesministerium für Bildung und Forschung,


Organisatorisches

  1. English Website
  2. Newsletter
  3. Termine
  4. Presse
  5. Broschüren
  6. Kontakt & Impressum