Die Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) sind seltene Erkrankungen, deren Auftreten in den letzten dreißig Jahren jedoch im
Gegensatz zu den Hodgkin-Lymphomen stetig zugenommen hat. Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen (Inzidenz) in
Deutschland wird auf 10 bis 15 pro 100.000 Personen geschätzt. Männer erkranken geringfügig häufiger als Frauen. Die
Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, aber mit dem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit an einem NHL zu erkranken
an. Das Mittel (Median) liegt bei knapp über 60 Jahre. Dies weist auf einen Zusammenhang der Lymphom-Entstehung mit
alterungsbedingten Prozessen hin. Eine mögliche Ursache sind daher chromosomalen Veränderungen (Mutationen), die
ebenfalls mit dem Alter ansteigen und häufig bei Patienten mit NHL beobachtet werden.
Durch die Mutationen kann es zum Verlust von Tumorsuppressorgenen (= Gene, die Zellwachstum hemmen) und / oder zur
Aktivierung von Onkogenen (= Gene, die Zellwachstum stimulieren) kommen, wodurch die veränderte Zelle einen
Wachstumsvorteil erhält. Eine für die Entstehung vieler NHL bedeutende chromosomale Mutation ist die Translokation des
bcl-2 Gens (t14;18). Dabei wird das normalerweise auf Chromosom 14 gelegene bcl-2 Gen auf das Chromosom 18 übertragen,
was zur Aktivierung dieses (Proto-)Onkogens und zu erhöhter Produktion des BCL-2 Proteins führt. Dies wiederum steigert
die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung weiterer genetischer und möglicherweise lymphomauslösender Mutationen.
Die starke Zunahme der Inzidenz von NHL lässt sich nicht alleine durch die Verschiebung der Altersstruktur begründen,
weitere Ursachen sind jedoch bisher weitgehend unbekannt. Aus verschiedenen Studien gibt es Hinweise, dass
Da etwa 15 bis 20% aller Patienten mit Autoimmunerkrankungen auch an NHL leiden, gehen einige Wissenschaftler davon
aus, dass es sich bei den Non-Hodgkin-Lymphomen um das Ergebnis einer außer Kontrolle geratenen Abwehrreaktion des
eigenen Immunsystems handelt.
Symptome
Die meisten NHL der Erwachsenen entstammen einer monoklonalen Population von B-Lymphozyten, d.h. sie stammen von einer
einzigen B-Zelle ab. Über 90% der Non-Hodgkin-Lymphome sind B-Zell-Lymphome, nur etwa 10% gehen auf T- oder
NK-(natürliche Killer-) Zellen zurück. Non-Hodgkin-Lymphome sind zudem das Ergebnis einer Zellreifungsstörung, da die
Ausgangszellen der NHL in der Regel B-Zellen in verschiedenen Stadien der Lymphozyten-Reifung sind, deren Entwicklung
auf einer bestimmten Stufe unterbrochen wurde.
Einteilung der
Non-Hodgkin-Lymphome
Klassifikation der Non-Hodgkin-Lymphome (Fachinformationen)