Zur Gruppe der niedrigmalignen Non-Hodgkin-Lymphome zählen zahlreiche verschiedene Lymphomerkrankungen. In der
derzeit aktuellen Klassifikation der WHO (World Health Organization) wird der Ausdruck "niedrigmaligne" nicht mehr
verwendet, sondern jede Erkrankung erhält eine eigene Bezeichnung, beispielsweise die follikulären Lymphome als
häufigste Vertreter, die Immunozytome oder die Mantelzell-Lymphome. Bei 85 Prozent der Patienten wird die Erkrankung in
einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert und - mit Ausnahme der Mantelzell-Lymphome - nur behandelt, wenn sie
auch therapiebedürftig ist (z.B. bei raschem Fortschreiten der Erkrankung, Kompression eines lebenswichtigen Organs
oder ausgeprägter B-Symptomatik). In den Studien der deutschen Studiengruppe für niedrigmaligne Lymphome (GLSG) werden
in der Primärbehandlung wie im Rezidiv neuere Verfahren eingesetzt, insbesondere mit dem Ziel, die krankheitsfreie Zeit
der Patienten zu verlängern. Dazu prüft die GLSG zum einen die Wertigkeit des Anti-CD-20-Antikörpers Rituximab
(Mabtheraâ), zum anderen den Stellenwert der peripheren Stammzelltransplantation nach Hochdosis-Chemotherapie.
Für Patienten, die erstmalig an einer der oben genannten Lymphomarten erkranken, führt die Studiengruppe derzeit
jeweils eine Studie für Patienten unter und über 60 Jahren durch (CHOP/Anti-CD20-Studie). Beide Gruppen erhalten
vergleichend zunächst entweder eine alleinige Chemotherapie oder eine Chemotherapie in Kombination mit dem Antikörper
Rituximab. Damit soll geprüft werden, ob sich die Erkrankung mit der zusätzlichen Antikörpergabe besser zurückdrängen
lässt. Patienten mit einem Mantelzell-Lymphom erhalten alle die Kombinationsbehandlung, da sich aufgrund der aktuellen
Studienergebnisse gezeigt hat, dass sie bei dieser Erkrankung einer alleinigen Chemotherapie überlegen ist. Im Rahmen
der Remissions-erhaltenden Therapie wird zurzeit bei den jüngeren Patienten, die für eine Hochdosistherapie geeignet
sind, eine Interferon-a-Erhaltungstherapie mit einer Hochdosistherapie plus nachfolgender Stammzelltransplantation
verglichen. Ältere Patienten oder diejenigen, denen eine Hochdosistherapie nicht zugemutet werden kann, werden mit der
bislang als Standard geltenden Interferon-a-Erhaltungstherapie behandelt. Das Ziel dieser Maßnahme ist es, den
Therapieerfolg zu stabilisieren und zu erhalten. In der Rezidivtherapie hat sich in einer derzeit laufenden Studie
(FCM/Anti-CD20-Studie) die zusätzliche Gabe des Antikörpers Rituximab der alleinigen Fludarabin-haltigen Chemotherapie
als überlegen erwiesen. Deshalb erhalten im Rahmen der Studie mittlerweile alle Patienten die Kombination Rituximab und
Chemotherapie. Im zweiten Teil dieser Studie wird bei den Patienten, die auf die initiale Therapie angesprochen haben,
eine Erhaltungstherapie mit Rituximab gegenüber einer therapiefreien Nachbeobachtung verglichen.
Quelle:
Aktuelle Studien im Kompetenznetz Maligne
Lymphome
Ausführliche Informationen über die GLSG und ihre klinischen Studien finden Sie hier:
Deutsche Studiengruppe Niedrigmaligne
Non-Hodgkin-Lymphome (GLSG)