Aggressive Lymphome (früher auch als hochmaligne Non-Hodgkin-Lymphome bezeichnet) sind durch ein aggressives und
rasches Wachstum der Krebszellen gekennzeichnet. Unbehandelt führen sie innerhalb weniger Wochen oder Monate zum Tod.
Sie können allerdings auch in fortgeschrittenen Stadien durch eine Chemotherapie geheilt werden, weil die schnell
wachsenden Lymphomzellen sehr Chemotherapie-empfindlich sind. Da die Heilungsmöglichkeiten bei einem Rückfall
beschränkt sind, konzentrieren sich die Bemühungen der Deutschen Studiengruppe Hochmaligne Non-Hodgkin-Lymphome
(DSHNHL) auf die Optimierung der Erstbehandlung.
Eine Studie (DSHNHL-1999-1: RICOVER-60) für Patienten im Alter von 61 bis 80 Jahren mit unbehandeltem aggressivem
Lymphom prüft, ob sich die Wirksamkeit einer Chemotherapie mit dem zweiwöchigen CHOP-14, das die Heilungsrate dieser
Patientengruppe gegenüber dem klassischen dreiwöchigen CHOP-21 wesentlich verbessern konnte, durch die zusätzliche Gabe
des Antikörpers Rituximab und/oder durch die Erhöhung der Chemotherapiezyklenzahl von sechs auf acht verbessern lässt.
Patienten im Alter von 18 bis 60 Jahren mit vergleichsweise guter Prognose können im Rahmen einer Studie
(DSHNHL-1999-2: High-CHOEP) behandelt werden, in der CHOEP-21 (CHOP ergänzt um den Wirkstoff Etoposid, gegeben im
dreiwöchigen Abstand) mit einer dosisgesteigerten Variante von CHOEP-21 verglichen wird. Eine weitere große
internationale Studie (MINT) untersucht die Wirksamkeit der Kombination einer CHOP-ähnlichen Chemotherapie mit dem
Antikörper Rituximab im Vergleich zur alleinigen CHOP-ähnlichen Chemotherapie. Aufgenommen werden
Niedrigrisiko-Patienten im Alter von 18 bis 60 Jahren. Junge Hochrisiko-Patienten können an einer Studie teilnehmen, in
der eine Hochdosistherapie mit Stammzelltransplantation (DSHNHL-2002-1: Mega-CHOEP) mit einer Chemotherapie im
zweiwöchigen Zyklus (CHOEP-14) verglichen wird. Beide Varianten werden zudem mit und ohne die zusätzliche Gabe des
Anti-CD-20-Antikörpers Rituximab (Mabthera), geprüft.
Quelle:
Aktuelle Studien im Kompetenznetz Maligne
Lymphome
Ausführliche Informationen über die DSHNHL und ihre klinischen Studien finden Sie hier:
Deutsche Studiengruppe Hochmaligne
Non-Hodgkin-Lymphome (DSHNHL).