Das Hodgkin Lymphom (syn. Morbus Hodgkin, Lymphogranulomatose, Hodgkin's disease) ist eine genau definierte bösartige (maligne) Erkrankung des lymphatischen Systems.
Mit 2 bis 3 Neuerkrankungen auf 100.000 Personen pro Jahr (Inzidenz) ist das Hodgkin Lymphom relativ selten. 1832
wurde diese Krankheit von ihrem Namensgeber, Sir Thomas Hodgkin, erstmalig als eigenständige Erkrankung beschrieben.
Das feingewebliche (histologische) Merkmal des Hodgkin Lymphoms sind die malignen Hodgkin- und Reed-Sternberg-Zellen.
Der Nachweis dieser Zellen grenzt das Hodgkin Lymphom von der großen Gruppe der Non-Hodgkin Lymphome und von
Lymphknotenschwellungen mit anderer Ursache ab.
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Das Hodgkin Lymphom zeigt sich durch schmerzlose Lymphknotenschwellungen, die sehr häufig zunächst am Hals oder
hinter dem Brustbein (Mediastinum) zu finden sind. Allgemeine Symptome einer bösartigen Erkrankung wie Fieber ohne
erkennbare Ursache, ungewollter Gewichtsverlust und Nachtschweiß (B-Symptome), aber auch Leistungsknick, Müdigkeit und
Abgeschlagenheit können weitere Hinweise sein. Sind Organe befallen, kann dies ebenfalls zu Beschwerden führen.
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Neben der Erfassung der Krankengeschichte (Anamnese) und der körperlichen Untersuchung ist die Entnahme eines
vergrößerten Lymphknotens mit anschließender feingeweblicher Untersuchung (Histologie) erforderlich. Zur Erfassung der
genauen Ausbreitung im Körper werden Computertomographie, Röntgen, Ultraschalluntersuchungen und Skelettszintigraphie
sowie eine Knochenmarkspunktion durchgeführt.
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Ein wichtiges Kriterium für die Wahl der Behandlung ist das Stadium der Erkrankung. Um dieses bestimmen zu können,
müssen die Ausbreitung des Tumors im Körper sowie das Vorliegen oder Fehlen definierter Risikofaktoren festgestellt
werden. Dazu dienen neben der Erfassung der Krankengeschichte (Anamnese) und der körperlichen Untersuchung die Entnahme
eines vergrößerten Lymphknotens mit anschließender feingeweblicher Untersuchung (Histologie). So wird es möglich, die
zum Teil weit auseinander liegenden bösartigen Zellen sicher nachzuweisen. Die Stadien-Einteilung erfolgt dann gemäß
der Ann-Arbor-Klassifikation unter Berücksichtigung definierter Risikofaktoren.
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Die Behandlung bei Erstdiagnose eines Hodgkin Lymphoms erfolgt durch Chemotherapie und/oder Bestrahlung. Um die
richtige Balance zwischen Wirkung und Nebenwirkung zu gewährleisten, kommt der genauen Stadienerfassung besondere
Bedeutung zu. Nach Möglichkeit sollte die Behandlung stadienangepasst innerhalb von Studien stattfinden, um die großen
Therapiefortschritte der letzten Jahrzehnte weiterführen zu können.
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Sowohl Chemotherapie als auch Strahlentherapie verursachen Nebenwirkungen. Diese können direkt (akut), aber auch
erst Jahre nach Therapieabschluss auftreten. Zu den häufigen akuten Nebenwirkungen zählen Erbrechen, Haarausfall und
Veränderungen des Blutbildes, die zu Infektionen führen oder die Gabe von Blut oder Blutplättchen erforderlich machen
können. Des Weiteren können Störungen der Herz- und Lungenfunktion, der Schilddrüse und der Fruchtbarkeit bei Mann und
Frau ausgelöst werden. Im Verlauf kann es zur Bildung von weiteren bösartigen Tumoren, sogenannten Sekundärneoplasien
kommen. Auch chronische Müdigkeit (Fatigue) zählt zu den möglichen Nebenwirkungen.
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Unbehandelt verläuft die Erkrankung entsprechend ihrer bösartigen Natur zumeist tödlich. Allerdings gehört das
Hodgkin Lymphom heute auf Grund der stadienangepassten Therapie und den beständigen Verbesserungen von Chemo- und
Radiotherapie zu den am besten therapierbaren bösartigen Erkrankungen. Selbst in fortgeschrittenen Stadien ist das
Hodgkin Lymphom häufig noch kurabel, so dass die Heilungsraten bei 80 bis 90 Prozent liegen. Rückälle der Erkrankung
treten zu zwei Dritteln in den ersten zwei bis zweieinhalb Jahren, fast alle innerhalb der ersten fünf Jahre nach
Ersterkrankung auf. Nach dieser Zeit nimmt das Risiko ab, jedoch sind auch späte Rückfälle in seltenen Fällen
möglich.
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Die Nachsorge dient dem rechtzeitigen Erkennen von Rückfällen und Zweittumoren. Eine frühzeitige Therapie kann deren
Prognose entscheidend verbessern. Auch der Früherkennung von anderen Spätfolgen kommt im Rahmen der Nachsorge eine
besondere Bedeutung zu. Eine Nachsorge sollte lebenslang durchgeführt werden, wobei die Abstände zwischen den einzelnen
Untersuchungen mit zunehmendem Zurückliegen der Erkrankung größer werden.
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Die Behandlung von Hodgkin-Lymphomen wird vor allem mit Hilfe von klinischen Therapieoptimierungs-Studien
weiterentwickelt und verbessert. Daher sollten alle Hodgkin-Patienten im Rahmen von solchen Studien behandelt werden.
Eine Übersicht über die aktuellen Studien der Deutschen Hodgkin Studiengruppe (GHSG) finden Sie hier:
Studien der Deutschen Hodgkin
Studiengruppe (GHSG)
Homepage der GHSG unter http://www.ghsg.org/
Außerdem können Sie auf unserer Website nach Krankenhäusern und Facharztpraxen in Ihrer Nähe suchen. An diese
Einrichtungen, die bei der Behandlung von Morbus Hodgkin im Rahmen klinischer Studien mit dem Kompetenznetz
zusammenarbeiten, können Sie sich für eine persönliche Beratung wenden.
Zentrensuche
Weiterführende Informationen finden Sie in den hier genannten wissenschaftlichen Artikeln und medizinischen
Lehrbüchern.
Weiterführende
Literatur