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Strahlentherapie des Hodgkin Lymphoms

Autor: Dr. Teresa Halbsguth(weitere Infos über die Person Dr. Teresa Halbsguth)  Text wurde erstellt am:  06.03.2008
Redakteur: Silke Hellmich(weitere Infos über die Person Silke Hellmich)   Letzte inhaltliche Aktualisierung: 23.02.2011

Die Strahlentherapie(weitere Infos über den Glossarbegriff Strahlentherapie) ist eine lokal(weitere Infos über den Glossarbegriff lokal) begrenzte Behandlung und findet heutzutage fast ausschließlich als Ergänzung zur Chemotherapie(weitere Infos über den Glossarbegriff Chemotherapie) statt. Idealerweise wird der Tumor(weitere Infos über den Glossarbegriff Tumor) im Bestrahlungsfeld radikal vernichtet, das umliegende gesunde Gewebe aber möglichst geschont. Dies gelingt nur, wenn die Strahlenempfindlichkeit des Tumorgewebes im Vergleich zu den gesunden Geweben entsprechend groß ist. Dies ist beim Hodgkin-Lymphom(weitere Infos über den Glossarbegriff Hodgkin-Lymphom) der Fall. Technische Voraussetzung ist die Einstrahlung von Energien im Megavolt-Bereich mit Linearbeschleunigern. Mit dieser Technik lassen sich Tumore in jeder Tiefe des Körpers mit hohen Strahlendosen angehen, ohne das gesunde Gewebe stärker zu schädigen.

Die Stärke der Bestrahlung wird in Gray (Gy), dem Maß für die pro Gewichtsvolumen absorbierte Energiemenge angegeben. Die früher praktizierte alleinige Bestrahlung (ohne vorhergehende Chemotherapie) von Hodgkin-Patienten in den frühen Stadien wird heute in der Regel nicht mehr durchgeführt. Eine Ausnahme stellt das noduläre lymphozyten-prädominante Hodgkin Lymphom im Stadium IA dar (siehe oben).

Die Fortschritte auf dem Gebiet der Behandlung der Hodgkin Lymphome haben auch dazu geführt, dass die Bestrahlungsfelder heutzutage wesentlich kleiner gewählt werden können. Früher wurden sogenannte Großfelder unter Einschluss der Lymphom-Tumore und aller angrenzenden Lymphknotenregionen bestrahlt (EF = "extended field"). Heute werden im Anschluss an die Chemotherapie nur noch sehr begrenzte Felder bestrahlt. Man spricht von einer Bestrahlung des betroffenen bzw. "involvierten" Gewebes ("involved field" Radiotherapie).

Abb.: Extended Field

Abb.: Involved Field

Abbildung 1 Abbildung 2

Radiotherapie (RT)-Volumen eines Patienten mit HL im Stadium I: Befall links zervikal. Abbildung 1: Typisches Extended Field RT-Volumen (Mantelfeld plus Paraaortalregion, Milz und Milzhilus); Abbildung 2: für den gleichen Patienten schließt das Involved Field RT-Volumen lediglich die gesamte linke Halsseite ein (hochzervikale, zervikale, supra- und infraklavikuläre Lymphknoten) ein.

Die Standard-Strahlendosis in der GHSG sind heute 20 Gray in den frühen Stadien bzw. 30 Gy im Falle von mittleren oder fortgeschrittenen Stadien. Auch das lymphozyten prädominante Hodgkin Lymphom wird im Stadium I A ohne Risikofaktoren mit einer Strahlendosis von 30 Gy bestrahlt. Bei einer täglichen Bestrahlung mit Einzeldosen von 1,8 - 2,0 Gray fünfmal pro Woche ergibt sich eine Behandlungsdauer der Strahlentherapie von etwa 2 - 4 Wochen. In der jetzigen Studiengeneration (HD16-18) der Deutschen Hodgkin Studiengruppe (GHSG) wird ferner getestet, in wie weit die Einführung der PET zu einer Vermeidung bzw. Verminderung der Strahlentherapie beitragen kann. Außerdem wird in der kommenden Studie für mittlere Stadien eine noch weiter begrenzte Bestrahlungstechnik erprobt. Bei der so genannten „involved node“ kurz IN-Radiotherapie werden nur noch die anfänglich befallenen Lymphknoten mit einem kleinen Sicherheitssaum bestrahlt. Dadurch können die zu bestrahlenden Felder noch deutlicher kleiner als die Felder bei der IF-Bestrahlung gewählt werden.

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