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Therapie des Rückfalls (Rezidivtherapie)

Autor: Dr. Teresa Halbsguth(weitere Infos über die Person Dr. Teresa Halbsguth)  Text wurde erstellt am:  06.03.2008
Redakteur: Silke Hellmich(weitere Infos über die Person Silke Hellmich)   Letzte inhaltliche Aktualisierung: 23.02.2011

Kommt es während der Therapie oder innerhalb der ersten drei Monate nach der Therapie zu einer Ausbreitung der Erkrankung, wird von einem Progress gesprochen. Hier wird der Einsatz einer Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender autologer (also körpereigener) Stammzelltransplantation(weitere Infos über den Glossarbegriff Stammzelltransplantation) (siehe unten) notwendig.

Von einem sogenannten Frührezidiv ist die Rede, wenn zwar mehr als drei Monate seit Ende der Therapie vergangen sind, es aber weniger als ein Jahr gedauert hat, bis ein erneutes Hodgkin-Lymphom(weitere Infos über den Glossarbegriff Hodgkin-Lymphom) histologisch gesichert wurde. Auch hier kommt in den meisten Fällen eine Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender autologer Stammzelltransplantation zum Einsatz.

Liegt ein sogenanntes Spätrezidiv vor, liegt also das Ende der Behandlung länger als ein Jahr zurück, gibt es verschiedene Optionen. Entscheidend für die Therapie ist in diesem Fall, wie weit sich das Lymphom(weitere Infos über den Glossarbegriff Lymphom) aktuell ausgebreitet hat, welche Therapien der Patient bereits erhalten hat, welcher histologische Typ vorliegt und wie alt der Patient ist. In bestimmten Fällen kann eine alleinige Bestrahlung genügen, in anderen ist eine starke Chemotherapie(weitere Infos über den Glossarbegriff Chemotherapie) wie BEACOPPeskaliert erforderlich. In allen anderen Fällen muss auch hier die Hochdosistherapie mit anschließender autologer Stammzelltransplantation durchgeführt werden.

Zur Verringerung der Tumormasse wird heute vor einer Hochdosistherapie außerhalb von Studien die Gabe von zwei Zyklen Chemotherapie nach dem DHAP-Schema empfohlen. Zwischen den Zyklen werden körpereigene Stammzellen(weitere Infos über den Glossarbegriff Stammzellen) gesammelt. Darauf folgt die eine sogenannte Hochdosistherapie (z.B. BEAM) und im Anschluss die Rückgabe der Stammzellen. Die Hochdosistherapie beeinträchtigt das Knochenmark so stark, dass ohne die Rückgabe der körpereigenen Stammzellen für einen sehr langen Zeitraum keine eigenen Leukozyten(weitere Infos über den Glossarbegriff Leukozyten) , Erythrozyten(weitere Infos über den Glossarbegriff Erythrozyten) und Thrombozyten(weitere Infos über den Glossarbegriff Thrombozyten) gebildet werden könnten.

Wenn ein Hodgkin Lymphom auf keine Therapie anspricht oder mehrfach wiederkehrt, sollte je nach Alter und Gesundheitszustand über die Gabe von körperfremden Stammzellen nachgedacht werden (allogene Stammzelltransplantation). Dies ist jedoch beim Hodgkin Lymphom noch immer ein experimentelles Verfahren. Kommt die allogeneStammzelltransplantation(weitere Infos über den Glossarbegriff allogeneStammzelltransplantation) nicht in Frage, können milde Chemotherapien angewendet werden, die die Erkrankung am Fortschreiten hindern oder sie zurückdrängen, um die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten. Eine Heilung kann durch diese milden Chemotherapien aber nicht mehr erreicht werden. Ferner werden derzeit durch die GHSG neue Substanzen auf ihre Wirksamkeit in dieser Situation geprüft.

Eine Übersicht über die aktuellen Studien der GHSG finden Sie hier.

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