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Chemotherapie des Hodgkin Lymphoms

Autor: Dr. Teresa Halbsguth(weitere Infos über die Person Dr. Teresa Halbsguth)  Text wurde erstellt am:  06.03.2008
Redakteur: Silke Hellmich(weitere Infos über die Person Silke Hellmich)   Letzte inhaltliche Aktualisierung: 23.02.2011

Die Chemotherapie beim Hodgkin Lymphom besteht aus verschiedenen Medikamenten, die entweder zellschädigend (zytotoxisch) oder wachstumshemmend wirken und als Zytostatika(weitere Infos über den Glossarbegriff Zytostatika) bezeichnet werden. In der Regel werden verschiedene Zytostatika miteinander kombiniert (sog. Polychemotherapie(weitere Infos über den Glossarbegriff Polychemotherapie)). Nach international anerkannten Therapieprotokollen werden die Zytostatika in einer bestimmten Dosierung und zeitlichen Abfolge verabreicht (Zyklus).

In Deutschland kommen heute vor allem das sogenannte ABVD-Schema und das BEACOPP-Schema zur Anwendung. Jeder Buchstabe im Schema-Namen steht für ein bestimmtes Zytostatikum. Die Schemata werden solange wiederholt, bis eine festgelegte Zykluszahl erreicht ist. Im Anschluss an die Chemotherapie wird - falls notwendig - eine Strahlentherapie durchgeführt. Welches Therapieschema zur Anwendung kommt und in welcher Zykluszahl, hängt jeweils vom Stadium der Erkrankung ab.
Einteilung der Hodgkin Lymphome

In den fortgeschrittenen Stadien (Stadium IIB mit Risikofaktoren Extranodalbefall und/oder großem Mediastinaltumor, III und IV) werden in der Regel acht Zyklen Chemotherapie gegeben. Das entspricht etwa einer Therapiedauer von sechs bis sieben Monaten. Der Standard der Deutschen Hodgkin-Studiengruppe (GHSG) zur Behandlung von Hodgkin-Patienten bis 60 Jahre in fortgeschrittenen Stadien außerhalb von Studien ist zur Zeit 8 x BEACOPPeskaliert (Version des BEACOPP-Schemas mit gesteigerter Dosis) plus eine anschließende Strahlentherapie mit 30 Gy (Erklärung siehe unter Stahlentherapie) auf verbliebenes Restgewebe ≥ 1,5 cm.
Aktuelle Studien der Deutschen Hodgkin Studiengruppe (GHSG)

Für Patienten in fortgeschrittenen Stadien, die älter als 60 Jahre sind, ist der derzeitige Standard außerhalb von Studien die Gabe von 6 - 8 Zyklen des ABVD-Schemas, je nach Ansprechen und Nebenwirkung. Im Falle von Restgewebe ≥ 1,5 cm sollte eine anschließende Strahlentherapie mit 30 Gy (Erklärung siehe Strahlentherapie) erfolgen.
Aktuelle Studien der Deutschen Hodgkin Studiengruppe (GHSG)

Bei den frühen Erkrankungsstadien (Stadium I und II ohne Risikofaktoren) konnte im Jahr 2010 ein neuer Therapiestandard durch die Endauswertung der HD10 Studie der GHSG definiert werden. Dieser neue Standard sieht weiterhin eine Behandlung mit 2 Zyklen des ABVD-Regimes vor gefolgt von einer nun reduzierten Bestrahlung mit 20 Gy IF (Erklärung siehe unter Strahlentherapie) vor.
Aktuelle Studien der Deutschen Hodgkin Studiengruppe (GHSG)

Eine Ausnahme stellt das "noduläre lymphozyten-prädominante Hodgkin Lymphom" im lokal begrenzten Stadium IA dar. Diese Lymphome verlaufen so "gutartig" (gute Prognose), dass in ihrem Fall eine alleinige Bestrahlung (30 Gy IF, siehe unten) ohne vorhergehende Chemotherapie gewählt werden kann. In Studien wird auch ein möglicher Einsatz des Antikörpers Rituximab, der sich bereits in der Behandlung von Non-Hodgkin-Lymophomen bewährt hat, an Stelle einer Bestrahlung geprüft.
Aktuelle Studien der Deutschen Hodgkin Studiengruppe (GHSG)

Bei den mittleren (intermediären) Stadien (Stadium I und IIA mit einem oder mehr Risikofaktoren bzw. IIB nur mit Risikofaktor hohe BSG und/oder mit drei oder mehr befallenen Lymphknotenarealen) konnten ebenfalls neue Empfehlungen basierend auf der Auswertung der HD14 der GHSG erstellt werden. Außerhalb von Studien sollten 2 Zyklen des BEACOPPeskaliert Schemas gefolgt von 2 Zyklen des ABVD-Schemas verabreicht werden. Daran schließt sich eine Bestrahlung (30 Gy-IF, Erklärung siehe unter Strahlentherapie) an.
Aktuelle Studien der Deutschen Hodgkin Studiengruppe (GHSG)

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