| Autor: | Dr. Teresa Halbsguth(weitere Infos über die Person Dr. Teresa Halbsguth) | Text wurde erstellt am: | 06.03.2008 | |||
| Redakteur: | Silke Hellmich(weitere Infos über die Person Silke Hellmich) | Letzte inhaltliche Aktualisierung: | 23.02.2011 |
Anamnese
Unter Anamnese versteht man die Erfragung der Krankengeschichte. Der Patient wird über Art, Beginn und Verlauf seiner
aktuellen Beschwerden befragt. Darüber hinaus wird nach den Lebensumständen und Vorerkrankungen des Patienten gefragt,
um eventuelle Risikofaktoren für die aktuellen Beschwerden aufdecken zu können. Bei Verdacht auf ein malignes Lymphom
ist insbesondere die Frage nach dem Bestehen einer B-Symptomatik von großer Bedeutung.
Körperliche und labordiagnostische Untersuchung
Im Rahmen der körperlichen Untersuchung (Messung von Blutdruck und Puls, Abhören der Lunge usw.) sollte beim Verdacht
auf eine Lymphom-Erkrankung besonderer Wert auf die Suche nach tastbar vergrößerten Lymphknotenstationen gelegt werden.
Ebenso ist eine manuelle Untersuchung von Leber und Milz von Bedeutung, da diese Organe häufig (mit)befallen und dann
vergrößert sind (Hepato-Splenomegalie). Auch die labordiagnostische Untersuchung des Blutes ist im Rahmen der
Bestimmung des Stadiums der Erkrankung (Staging)(weitere Infos über den Glossarbegriff (Staging)) unerlässlich.
Lymphknotenbiopsie und Gewebeschnitt (Histologie)(weitere Infos über den Glossarbegriff (Histologie))
Die Entnahme von körpereigenem Gewebe aus einem lebenden Organismus wird als Biopsie(weitere Infos über den Glossarbegriff Biopsie) bezeichnet. Zur Sicherung der Diagnose eines Lymphoms ist die Entnahme eines vollständigen verdächtigen Lymphknotens erforderlich. Dazu wird ein Lymphknoten(weitere Infos über den Glossarbegriff Lymphknoten) ausgewählt, der einfach zugänglich und möglichst groß ist. Meist kann die Biopsie in örtlicher Betäubung erfolgen, jedoch kann bei einem Befall im Brustkorb oder im Bauch eine Vollnarkose notwendig werden.
Der Lymphknoten wird anschließend feingeweblich (histologisch) aufgearbeitet, gefärbt und mikroskopisch untersucht.
Dabei erkennt der Pathologe typische Merkmale der verschiedenen Erkrankungen, wie etwa die charakteristischen Hodgkin-
und Reed-Sternberg-Zellen des klassischen Hodgkin Lymphoms. Die Diagnose sollte nach Möglichkeit durch einen Pathologen
mit besonderer Erfahrung auf dem Gebiet des Lymphom-Diagnostik (Referenzpathologen) gesichert werden. Innerhalb der
Studien der GHSG ist dies Standard.
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Röntgen des Brustkorbs
Auf einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs (Thorax) lassen sich insbesondere Herz und Lungen beurteilen. Eine ausgedehnte Mitbeteiligung der Lunge, Ergüsse und große Mediastinaltumoren kann man auf der Röntgenaufnahme des Thorax erkennen. Zu einer detaillierteren Erfassung der Tumorausdehnung im Brustkorb ist eine Computertomographie (CT) notwendig. Dennoch gehört das Röntgen des Thorax zur obligaten Diagnostik, da durch diese Untersuchung bestimmt wird, ob der Risikofaktor "großer Mediastinaltumor" vorliegt.
Computertomographie (CT)
Die Computertomographie(weitere Infos über den Glossarbegriff Computertomographie) ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem der menschliche Körper in einem Aufnahmeverfahren Schicht für Schicht durchstrahlt wird. Computer setzen die einzelnen Querschichtaufnahmen zu einem Bild zusammen. So wird die Darstellung der Weichteilstrukturen des Körpers ermöglicht, und es werden minimale Dichteunterschiede z.B. aufgrund von Gewebeveränderungen oder Tumoren entdeckt. Die Aufnahmen werden in einer schnell
rotierenden Röntgenröhre mit einem etwa bleistiftstarken Strahlenbündel gemacht. Die CT hat in der Röntgendiagnostik
eine Reihe invasiver (in den Körper eingreifenden) Verfahren weitgehend verdrängt.
Knochenmarkpunktion / Knochenmarkbiopsie
Mittels einer Spezialkanüle erfolgt eine Punktion(weitere Infos über den Glossarbegriff Punktion) des Markraumes platter Knochen (z.B. Brustbein, Beckenkamm). Dies dient der Gewebeentnahme im Rahmen einer Biopsie des Knochens bzw. des Knochenmarks oder zur
intraossären (= in den Knochen) Injektion bzw. Transfusion.
Sonographie(weitere Infos über den Glossarbegriff Sonographie) (Ultraschalldiagnostik)
Dieses bildgebende Diagnoseverfahren verwendet Ultraschall(weitere Infos über den Glossarbegriff Ultraschall) (1-10 MHz) nach dem Echographie-Prinzip, um die inneren Organe darzustellen und ist Standard in der Lymphom-Diagnostik. Vor allem die Bauchorgane und die Halsweichteile sind durch diese Untersuchung gut zu beurteilen. Man kann durch sie besonders im Fall von Leber und Milz wichtige ergänzende Befunde zur CT erheben. Im Gegensatz zum Röntgen oder der CT liegt hier keine Strahlenbelastung vor.
Skelettszintigraphie
Die Szintigraphie(weitere Infos über den Glossarbegriff Szintigraphie)ist ein nuklearmedizinisches Verfahren, bei dem den Patienten ein radioaktiv markierter Stoff als sogenannter "Tracer" über die Vene(weitere Infos über den Glossarbegriff Vene) verabreicht wird. Die Wahl des Tracers ist vom zu untersuchenden Organ abhängig. Nach Anreicherung des Tracers im Zielorgan kann dieses aufgrund der radioaktiven Markierung mit einer speziellen Kamera sichtbar gemacht werden. Je besser das untersuchte Gewebe durchblutet ist (gute Blutversorgung z.B. bei Tumoren und Entzündungen) und je mehr Tracer sich dadurch anreichern kann, desto stärker ist das von der Kamera detektierte Signal.
In der Lymphom-Diagnostik hilft die Skelett- oder Knochenmarkszintigraphie, einen Befall des Knochens nachzuweisen oder
auszuschließen.
Positronen-Emissions-Tomographie (PET)
In laufenden Studien wird die Bedeutung der PET für die Lymphomdiagnostik untersucht. Die PET ist, wie auch die CT oder
MRT, eine Schnittbilduntersuchung, nur dass hier nicht einzelne Organe, sondern der Stoffwechsel von verschiedenen
Geweben des Körpers sichtbar gemacht wird. In der Tumordiagnostik wird dazu typischerweise ein mit sehr gering
radioaktivem Fluor markierter Zucker als sogenannter "Tracer" verwendet. Er wird dem Patienten durch eine Spritze in
die Vene verabreicht. Dieser markierte Zucker wird im Körper fast genau wie normaler Zucker umgesetzt, jedoch kann der
Verbrauch durch eine spezielle PET-Kamera von außen sichtbar gemacht werden. Zellen mit einem starken Stoffwechsel, wie
zum Beispiel Tumorzellen, haben meist einen hohen Zuckerumsatz und geben daher ein starkes Signal im von der PET-Kamera
erstellten Bild. Dadurch ist es möglich, Tumorgewebe besser von gesundem Gewebe zu unterscheiden.
In Abhängigkeit vom Behandlungskonzept kann die PET bei der initialen Stadieneinteilung, während der Chemotherapie (Therapiemonitoring), nach Abschluss der Chemotherapie (Therapiekontrolle) oder bei begründetem Rezidivverdacht eingesetzt werden. Klinische Studien haben den prognostischen Wert der PET im Therapiemonitoring und in der Therapiekontrolle gezeigt. Die Verringerung oder die Intensivierung der Behandlung aufgrund des Therapiemonitorings mittels PET ("Individualisierung der Behandlung") ist Gegenstand laufender Studien der GHSG.