Bevor eine Therapie beginnt, muss exakt untersucht werden, wie weit die Erkrankung sich im Körper ausgebreitet hat, denn danach richtet sich die durchzuführende Therapie. Die Fachleute sprechen dann vom "Staging" (engl. "stage" = Stadium). Dies ist für den Patienten von entscheidender Bedeutung, denn örtlich begrenzte Erkrankungen werden in der Regel anders behandelt als generalisierte Erkrankungen, bei denen ein Befall mehrerer Lymphknotenregionen vorliegt und/oder andere innere Organe befallen sind.
Stadium (anatomische
Ausbreitung)
Es stehen heutzutage eine Reihe von geeigneten Untersuchungsverfahren zur Erfassung der Ausbreitung des Lymphoms zur Verfügung. Eine gründliche körperliche Untersuchung und eine ausführliche Befragung zur Krankheitsgeschichte (Anamnese) stehen am Anfang der Untersuchungen. Einfache Untersuchungen wie Laboruntersuchungen des Blutes, ein Röntgenbild der Lunge von vorne und seitlich (Röntgen-Thorax) und eine Ultraschalluntersuchung des Bauches (Abdomensonografie) werden ergänzt durch aufwendigere Untersuchungen, wie Röntgenschnittbilduntersuchungen von Hals-, Brust- und Bauchraum (Computertomographie) und einer Knochenmarkentnahme (Knochenmarkbiopsie). Bei Verdacht auf einen Befall der Leber wird in lokaler Betäubung mit einer dünnen Nadel eine Leberprobe entnommen (Leberbiopsie). Der Verdacht auf eine Knochenbeteiligung kann mittels nuklearmedizinischer Untersuchungsmethoden (Skelettszintigraphie) und anderer radiologischer Verfahren (Röntgen, Computertomographie, Kernspintomographie) abgeklärt werden.
Noch bis in die 90er Jahre wurde bei Lymphom-Patienten eine operative Eröffnung des Bauchraumes (Laparotomie) mit Entnahme der dortigen Lymphknoten, einer Lebergewebeprobe und Entfernung der Milz durchgeführt, um die Erkrankungsausbreitung im Bauchraum exakt zu erfassen. Dieses Vorgehen wird heutzutage jedoch nicht mehr generell empfohlen und ist nur ausnahmsweise notwendig.
Alle Untersuchungen dienen dazu, die genaue Krankheitsausbreitung festzulegen. Denn nur eine sorgfältig erhobene Diagnose und exakte Erfassung der Krankheitsausbreitung ermöglichen eine sinnvolle Therapieplanung.
Nicht nur vor Behandlungsbeginn zur exakten Festlegung der Krankheitsausbreitung, sondern in gewissen Zeitabständen auch während und nach der Behandlung, ist es notwendig Untersuchungen durchzuführen, die eine Beurteilung des Krankheitsverlaufes erlauben. Dabei sollten insbesondere alle Lymphknotenstationen und Organe, die vor Behandlungsbeginn als befallen bewertet wurden, mit angemessenen Diagnoseverfahren (z.B. körperliche Untersuchung, Röntgen, Computertomographie) untersucht werden.
Weiterführende (wissenschaftliche) Informationen finden Sie in den medizinischen Lehrbüchern, die wir als PDF- Dateien zur Verfügung stellen.