| Autor: | Dr. Valentin Göde(weitere Infos über die Person Dr. Valentin Göde) | Text wurde erstellt am: | 03.07.2008 | |||
| Redakteur: | Silke Hellmich(weitere Infos über die Person Silke Hellmich) | Letzte inhaltliche Aktualisierung: | 04.02.2011 |
Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa drei von 100.000 Personen an einer CLL. Die CLL ist sowohl das häufigste Non-Hodgkin-Lymphom(weitere Infos über den Glossarbegriff Non-Hodgkin-Lymphom) (11% aller Lymphome) als auch die häufigste Leukämie (30% aller Leukämien) in Europa und Nordamerika. Betroffene, bei denen eine CLL erstmals diagnostiziert wird, sind im Durchschnitt 70 Jahre alt. Das Risiko, eine CLL zu entwickeln, nimmt dabei mit dem Lebensalter stetig zu. Wegen des typischerweise langen und zunächst oft unkomplizierten Verlaufs der CLL sind fast die Hälfte aller Patienten älter als 75 Jahre. In den letzten Jahren wird die CLL öfter auch bei jüngeren Patienten diagnostiziert, weil inzwischen weitaus häufiger als früher routinemäßige Blutuntersuchungen vorgenommen werden. Trotzdem ist nur etwa ein Viertel aller Patienten mit neu diagnostizierter CLL jünger als 65 Jahre. Vor allem aufgrund der demographischen Entwicklung - immer mehr Menschen erreichen ein hohes Lebensalter - bleibt die CLL eine Erkrankung des fortgeschrittenen Lebensalters. Männer erkranken häufiger an einer CLL als Frauen (Verhältnis = 1,7 : 1).
Die Krankheitsursache ist bei der CLL weitgehend unbekannt. Vererbungsfaktoren scheinen eine Rolle zu spielen. So haben die Kinder von CLL-Patienten im Vergleich zur Normalbevölkerung ein dreifach erhöhtes Risiko, später selbst an einer CLL oder an einem anderen Non-Hodgkin-Lymphom zu erkranken. Für eine genetische Veranlagung spricht auch die regional unterschiedliche Häufigkeit der CLL. So ist die Krankheit in Asien selten, und asiatische Nachkommen, die in Nordamerika aufwachsen, entwickeln trotz westlicher Umwelteinflüsse ebenfalls nur selten eine CLL. Medikamente, Chemikalien, ionisierende Strahlen oder Viren(weitere Infos über den Glossarbegriff Viren) sind keine Auslöser der CLL. Bei Menschen, die Asbest ausgesetzt waren, sowie bei Beschäftigten in der Landwirtschaft und in der gummiverarbeitenden Industrie wurde eine CLL allerdings häufiger beobachtet. Erst zukünftige Studien werden sicher klären können, inwieweit bestimmte Umweltfaktoren die Entstehung einer CLL begünstigen.