In der EuroNet-PHL-C1-Studie (ältere Bezeichnung: GPOH-HD 2003) wird die Tradition vorsichtiger Therapiereduktion fortgesetzt. Eingeschlossen werden sollen alle Patienten mit klassischem Hodgkin Lymphom, die bei Diagnose das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
Vor dem Hintergrund der möglicherweise hohen Rate an künftigen Sekundärmalignomen soll die Indikation zur Radiotherapie weiter eingeschränkt werden. Dazu wird die Response-Diagnostik durch die Einführung von FDG-PET verbessert. Patienten mit einem negativen FDG-PET-Befund nach zwei Kursen Chemotherapie erhalten keine Radiotherapie. In der TG-1 werden dann nur noch ca. 30% der Patienten und in den mittleren und höheren Stadien 50–70% der Patienten eine Bestrahlungsbehandlung erhalten.
Bei den Patienten der mittleren und höheren Stadien soll zudem geprüft werden, ob Procarbazin durch Dacarbazin ersetzt werden kann, ohne dass die Heilungsraten schlechter werden. Dadurch sollen Unfruchtbarkeit beim Mann und vorzeitige Menopause bei der Frau verhindert werden.
In diesem Protokoll wird auch erstmals eine systematische Behandlungsrichtlinie für Patienten mit einem Rückfall des Hodgkin-Lymphoms angeboten. Dadurch sollen einerseits die Behandlungsergebnisse für diese Patienten verbessert, andererseits aber auch unnötige Belastungen durch die Rückfalltherapie vermieden werden.