Die Deutsche Studiengruppe für niedrigmaligne Lymphome wurde 1988 mit Unterstützung der Deutschen Krebshilfe gegründet. Seit dem wurden drei große prospektiv randomisierte Studiengenerationen zur Primärtherapie indolenter Lymphome (follikuläre, lymphoplasmozytische und nodale Marginalzonen-Lymphome) und aggressiver Mantelzell-Lymphome durchgeführt. Insgesamt wurden in diesen Therapiestudien ca. 2000 Patienten behandelt, und der klinische Verlauf der Erkrankungen nachverfolgt. Die gewonnenen Daten führten zu wesentlichen Fortschritten in der Therapie und insbesondere zur Definition neuer Standards in der Regelversorgung von Patienten mit indolenten und Mantelzell-Lymphome. Aktuell nehmen über 400 klinische Institutionen aus ganz Deutschland und den europäischen Nachbarstaaten an den Therapiestudien der Studiengruppe teil - davon ca. 20% universitäre Zentren und 80% städtische Krankenhäuser oder niedergelassene Kollegen.
Als Mitglied des Kompetenznetzes ist die GLSG federführend an der Etablierung systematischer biologischer Studien in malignen Lymphomen beteiligt (Reisensburg-Konsensus), um in Zusammenarbeit mit dem kürzlich etablierten europäischen Forschungsnetz "Molekulare Risikofaktoren in Mantelzell-Lymphomen" die zugrunde liegenden molekularbiologischen Risikofaktoren der malignen Lymphome zu bestimmen.
Ziel zukünftiger Studienaktivitäten im Rahmen der GLSG ist nicht nur die Entwicklung und Bewertung weiterer innovativer Therapiestrategien, sondern auch die individualisierte, Risiko-adaptierte Therapieplanung in enger Zusammenarbeit mit Hausärzten, niedergelassenen Onkologen, städtischen Krankenhäusern und universitären Zentren.