Seit Gründung der Deutschen Hodgkin Lymphom Studiengruppe konnten vier Generationen von Qualitätssicherungsprotokollen abgeschlossen werden. Die erste Studiengeneration mit den Studien HD1, HD2 und HD3 rekrutierte von 1981 bis 1988, die zweite Generation mit den Studien HD4, HD5 und HD6 von 1988 - 1994 und die dritte Generation mit den Studien HD7, HD8 und HD9 rekrutierte überlappend von 1993 - 1998. Die vierte Studiengeneration (HD10, 11 und 12) rekrutierte von 1998 - 2002 und für die Studien der fünften Generation (HD13, 14 und 15) hat die Rekrutierung im Januar 2003 begonnen.
Die Studien für die frühen Stadien (HD4 und HD7) erbrachten eine Reduktion der Strahlendosis und Verbesserung der Therapieergebnisse durch den Einsatz einer zusätzlichen Chemotherapie. Bei den Patienten in intermediären Stadien führten die Studien HD1, HD5 und HD8 ebenfalls zu einer Reduktion der Strahlendosis und zu einer erheblichen Verkleinerung des Strahlenfeldes innerhalb eines kombinierten chemo- und strahlentherapeutischen Ansatzes. Es kann angenommen werden, dass diese Reduktion der Bestrahlung in den frühen und intermediären Stadien die langfristigen therapiebedingten Nebenwirkungen der Lymphom-Behandlung deutlich mindern wird. Die Studien für die fortgeschrittenen Stadien (HD3, 6 und 9) prüften den Stellenwert einer konsolidierenden Bestrahlung im Vergleich zur Chemotherapie und führten zu einer deutlichen Verbesserung der Therapieergebnisse durch den Einsatz einer dosisintensivierten Chemotherapie.
Die vierte Studiengeneration (HD10, 11 und 12) zielte, in Fortführung der vorangegangenen Generationen, auf eine weitere Verbesserung der therapeutischen Optionen unter besonderer Berücksichtigung der mittel- und langfristigen therapiebedingten Toxizitäten (Sekundärneoplasien!). Darüber hinaus wurden in dieser Studiengeneration erstmalig prospektiv Aspekte der Lebensqualität erfasst.
Das Ziel der jetzt aktiven fünften Studiengeneration für Primärtherapien ist es, für die frühen und die fortgeschrittenen Stadien die akuten und die Langzeit-Nebenwirkungen zu vermindern, ohne die bisher erreichten hohen Heilungsraten zu gefährden. Für die intermediären Stadien wird dagegen eine Steigerung der Heilungsrate bei möglichst wenig Nebenwirkungen angestrebt. Dies schließt auch die Lebensqualität der Patienten ein.
| Studie | Studienart | Rekrutierung von - bis | Zahl der rekrutierten Patienten |
|---|---|---|---|
| HD1 | QSP | 09/82 - 02/88 | 180 |
| HD2 | QSP | 09/82 - 09/87 | 23 |
| HD3 | QSP | 09/82 - 02/88 | 299 |
| HD4 | QSP | 03/88 - 01/94 | 500 |
| HD5 | QSP | 03/88 - 02/93 | 1167 |
| HD6 | QSP | 03/88 - 02/93 | 699 |
| HD7 | QSP | 02/94 - 06/98 | 697 |
| HD8 | QSP | 02/93 - 6/98 | 1255 |
| HD9 | QSP | 02/93 - 03/98 | 1514 |
| HD10 | QSP | 05/98 - 01/03 | 1316 |
| HD11 | QSP | 05/98 - 01/03 | 1420 |
| HD12 | QSP | 01/99 - 01/03 | 1594 |
| HD13 | QSP | 01/03 - offen | 638 (Stand:12.07.05) |
| HD14 | QSP | 01/03 - offen | 732 (Stand:12.07.05) |
| HD15 | QSP | 01/03 - offen | 994 (Stand:12.07.05) |