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Fragen & Antworten zur Telefonaktion 2009

Auf dieser Seiten finden Sie eine Auswahl an Fragen & Antworten, die bei der bundesweiten Telefonaktion 2009 erörtert wurden.

Multiples Myelom

Chronische Lymphatische Leukämie

Follikuläres Lymphom

Mantelzell-Lymphom

Hodgkin Lymphom

Diffus großzelliges B-Zell-Lymphom

Morbus Waldenström

Verschiedenes

Fragen zum Multiplen Myelom

Was ist Standard in der Diagnostik des Multiplen Myeloms?
Das Blut und der Urin werden auf das Vorliegen eines sog. „monoklonalen“ Proteins, also eines Eiweißes, das von den unkontrolliert wachsenden Plasmazellen produziert wird, untersucht. Im Rahmen der Diagnostik eines Multiplen Myeloms sollten zum Zeitpunkt der Diagnosestellung folgende Laborparameter bestimmt werden: Blutbild mit Differentialblutbild, Kreatinin, Harnstoff, Calcium, LDH [Laktatdehydrogenase], CRP [C-reaktives Protein], Beta-2-Mikroglobulin, Albumin, Serumelektrophorese sowie freie Kappaund Lambda-Leichtketten. Es sollte außerdem eine Analyse eines 24-Stunden- Sammelurins erfolgen, um die Eiweißausscheidung (Albumin und Leichtketten) zu ermitteln und die Nierenfunktion (Kreatinin-Clearence) zu bestimmen. Mit einer konventionellen Röntgenuntersuchung der Knochen lassen sich Osteolysen (Knochenherde) nachweisen. Auch die bildgebenden Verfahren Computertomografie (CT), Magnetresonanztomografie (MRT) und Positronenemissionstomografie (PET) werden im Rahmen von klinischen Studien zunehmend zur Diagnostik des Multiplen Myeloms eingesetzt. Insbesondere mit der Magnetresonanz tomografie (MRT) kann ein Befall des Knochens schon relativ frühzeitig nachgewiesen werden. Eine CT-Untersuchung kann hilfreich sein, um die Stabilität eines Knochens zu beurteilen. Darüber hinaus wird zur Diagnose- sicherung eine Knochenmarkpunktion empfohlen, um den Anteil an Plasmazellen im Knochenmark zu ermitteln und Zellen für eine Chromosomen-Untersuchung mittels „FISH“ [Fluoreszenzin- situ-Hybridisierung] zu gewinnen.

Sollte bei steigendem M-Protein beim Multiplen Myelom im Stadium IA mit einer Therapie begonnen werden? Oder sollte abgewartet werden? Ich bin 62 Jahre alt.
Das Multiple Myelom muss behandelt werden, wenn mindestens eines der sog. „CRAB-Kriterien“ erfüllt ist (vgl. Tab. 1). Weitere Gründe für einen Therapiebeginn können eine Neigung zu bakteriellen Infektionen, extrem erhöhte Eiweißwerte mit Zähflüssigkeit des Blutes und eine Amyloidose (Ablagerung von Antikörperbruchstücken) sein. Wenn keines dieser Kriterien auf Sie zutrifft, besteht in der Regel kein Therapiebedarf.

Tab. 1: "CRAB"-Kriterien für die Therapiebedürftigkeit beim Multiplen Myelom:
Behandlungsbedürftigkeit liegt bei einem Myelom vor, wenn mindestens eines der sogenannten "CRAB"-Kriterien erfüllt ist:
Hyperkalzämie (Kalziumerhöhung im Blut)
Eingeschränkte Nierenfunktion (Kreatinin-Wert > 2 mg/100 ml)
Anämie (Hämoglobinwert < 10 g/100 ml)
Knochenläsionen (Befall des Knochens)
CRAB = C steht für Calcium, R für renal (die Niere betreffend), A für Anämie und B für bone (engl. für Knochen). Ferner kann die sog. "Amyloidose" (Ablagerung von Antikörperbruchstücken in Geweben), bakterielle Infektionen oder ein Hyperviskositätssyndrom (Zähflüssigkeit des Blutes bei extrem erhöhten Eiweißwerten) eine Therapie erfordern.

Sollten Bisphosphonate auch eingesetzt werden, wenn noch keine Osteolysen vorhanden sind?
Die Verabreichung von Bisphosphonaten ist bei Vorliegen von Osteolysen sowie bei einer durch das Myelom bedingten, erheblichen Verminderung der Knochensubstanz (vergleichbar mit einer Osteoporose) sinnvoll. Bei Vorliegen eines asymptomatischen Multiplen Myeloms werden Bisphosphonate nicht empfohlen.

Ich bin 79 Jahre alt, habe seit 2007 ein Multiples Myelom und werde mit Zometa® alle 6 Wochen behandelt. Kann es sein, dass meine Muskelschmerzen etwas mit dem Medikament zu tun haben?
Zometa® (Zoledronsäure) gehört zu den sog. Bisphosphonaten. Im Rahmen der Spontanerfassung von Nebenwirkungen bei Patienten, die Bisphosphonate angewendet haben, wurden starke und gelegentlich zur Einschränkung der Beweglichkeit führende Knochen-, Gelenk- und Muskelschmerzen beschrieben. Dies war aber selten. Die Zeitspanne, in der die Symptome auftraten, lag zwischen einem Tag und mehreren Monaten nach Beginn der Behandlung. Bei den meisten Patienten besserten sich die Symptome nach Beendigung der Behandlung. Bei einem Teil der Patienten traten die Symptome nach Behandlung mit demselben Arzneimittel oder auch nach Behandlung mit einem anderen Bisphosphonat erneut auf.

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Fragen zur Chronischen Lymphatischen Leukämie (CLL)

Ist im Stadium Binet A tatsächlich keine Behandlung nötig?
Ja, das ist richtig, im Stadium Binet A ist in aller Regel keine Behandlung nötig. Ob bei Vorliegen bestimmter Risikofaktoren (vgl. Tab. 2) eine früh- zeitige Therapie ggf. doch von Nutzen ist, wird zurzeit im Rahmen der CLL-7-Studie der Deutschen CLLStudiengruppe untersucht. Eine abschließende Auswertung der Daten liegt aber noch nicht vor. Ansonsten ist eine Behandlung erst erforderlich, wenn sich das Blutbild verschlechtert hat (Hämoglobin, kurz Hb < 10 g/dl und/oder Thrombozyten < 100.000/μl, entsprechend dem Stadium Binet C). Im Stadium Binet B (Hb > 10, Thrombozyten normal, aber Vorliegen von 3 oder mehr vergrößerten Lymphknotenregionen) ist es sinnvoll, mit einer Therapie zu beginnen, wenn BSymptome aufgetreten sind (Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust), die Lymphknoten groß sind oder rasch wachsen, die Milz zunehmend größer wird, die Leukozytenwerte sehr hoch sind und schnell ansteigen, wenn die Lymphozytenverdopplungszeit weniger als 6 Monaten beträgt oder wenn ein autoimmun bedingter Mangel an Blutplättchen oder roten Blutkörperchen mit fehlendem Ansprechen auf Cortison oder anderen Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, vorliegt.

Tab. 2: Risikofaktoren bei der Chronischen Lymphatischen Leukämie
Erhöhung des Enzyms „Thymidinkinase“ im Serum
Kurze Lymphozytenverdopplungszeit (d.h. der Lymphozytenwert verdoppelt sich in weniger als einem Jahr)
Ungünstige Veränderungen der Chromosomen in den CLL-Zellen: 17p-minus, 11q-minus und Trisomie 12 (d.h. Chromosom 12 liegt dreimal statt zweimal vor)
Unmutierter Immunglobulin-VH-Status (darunter ist zu verstehen, dass bestimmte Gene in den CLL-Zellen keine Mutationen aufweisen)
Hohe Werte für „ZAP 70“ und „CD 38“

Soll ich mich besser bei einem niedergelassenen Onkologen oder in einer Uni-Klinik behandeln lassen?
Mit einer CLL ist man auch gut bei einem niedergelassenen Krebsspezialisten (Hämatologe/Onkologe) aufgehoben. Bei Therapiebedarf kann ggf. eine Zweitmeinung in einem universitären Zentrum eingeholt werden.

Soll ich mich gegen Grippe und insbesondere die „Schweinegrippe“ impfen lassen? Ja, Sie sollten sich sowohl gegen die klassische Grippe als auch gegen die neue „Schweinegrippe“ impfen lassen. Dies kann gleichzeitig oder im Abstand von mindestens 3 Wochen geschehen. Sinnvollerweise sollten sich auch die Angehörigen, mit denen man in einem Haushalt lebt, impfen lassen, da die Impfantwort bei geschwächtem Immunsystem unzureichend sein kann.

Ich habe seit August 2009 eine CLL. Ich habe einen Kurs Bendamustin bekommen, ab dem 2. Zyklus zusätzlich Rituximab. Die Leukozyten sind jetzt von 130.000 auf 3.800 gefallen. Ist dieser Abfall ein gutes Zeichen? Auch die Thrombozyten und das Hämoglobin sind momentan „im Keller“.
Ja, der schnelle Rückgang der Leukozyten und insbesondere der Lymphozyten ist ein gewollter Effekt der Therapie, der Abfall von Thrombozyten und Hämoglobin-Wert ist ebenfalls durch die Chemotherapie bedingt. Auch wenn die Leukozyten schon nach wenigen Chemotherapiezyklen wieder im Normbereich liegen, sollten – falls möglich – alle 6 geplanten Zyklen gegeben werden, um die CLL bestmöglich zurückzudrängen.

Bei mir wurde im Dezember 2008 eine CLL diagnostiziert, jetzt wurde die Diagnose geändert in "MBL". Was ist das?
Bei ca. 3-5 % aller ansonsten gesunden Menschen über 50 Jahren zirkuliert im Blut eine geringe Anzahl an Lymphozyten mit dem Erscheinungsbild von CLL-Zellen. Dieses Phänomen wird als „monoklonale B-Zell- Lymphozytose“ (MBL) bezeichnet. Bei ca. 5 % der Betroffenen, bei denen eine MBL festgestellt wurde, kommt es später zu einer CLL. Da die MBL erst kürzlich in die Klassifikation aufgenommen wurde, ist Ihre Diagnose jetzt angepasst worden. Eine Behandlung ist nicht nötig, regelmäßige Kontrollen (anfangs alle 3-6 Monate, später bei geringer Dynamik auch alle 6-12 Monate) reichen völlig aus.

Mir wurde als Therapie FCR [Fludarabin, Cyclophosphamid, Rituximab] vorgeschlagen. Ist es nicht evtl. sinnvoll, zunächst einmal auf das „R“ zu verzichten, um hieraus im Falle eines Rückfall zurückgreifen zu können. So besonders groß ist der Unterschied zwischen FCR und FC doch nicht, oder? Die Begleitmedikation, die bei der Verabreichung von Rituximab notwendig ist, hat ja schließlich auch Nebenwirkungen.
Rituximab wurde zur Erstlinientherapie der CLL in Kombination mit einer Chemotherapie in der EU im Februar 2009 zugelassen, seit September 2009 ist es auch für die CLL im Rückfall oder bei resistenter Erkrankung zugelassen. Die Zulassung für die Erstlinientherapie beruht auf den Daten der CLL8-Studie der Deutschen CLL-Studiengruppe. Im Mittel waren diejenigen Patienten, die FCR erhalten haben, 19 Monate länger ohne Rückfall der Erkrankung als diejenigen Patienten, die „nur“ FC bekommen haben. Darüber hinaus war auch das Gesamtüberleben signifikant länger. Der Unterschied mag gering erscheinen, aber man sollte sich immer vor Augen halten, dass es sich bei der Angabe von solchen Mittelwerten um rein statistische Aussagen handelt. Wichtig daran ist vor allem, dass damit ein Beweis vorliegt, dass FCR dem FC in der Erstlinientherapie der CLL deutlich überlegen ist. Den Antikörper für später „aufzubewahren“, ist nicht nötig, da er nach den bisherigen Erfahrungen auch bei wiederholter Gabe noch wirksam ist. Es ist richtig, dass vor der Antikörpergabe zum Schutz vor Unverträglichkeitsreaktionen Begleitmedikamente gegeben werden. Die möglichen Nebenwirkungen dadurch stehen aber in keinem Verhältnis zum Nutzen des Antikörpers. Gegebenenfalls käme auch eine Behandlung im Rahmen der CLL10-Studie für Sie in Frage, die jetzt den neuen Standard FCR im Vergleich zu BR (Bendamustin und Rituximab) prüft.

Ich habe eine CLL, aber eine Behandlung ist zurzeit noch nicht nötig. Was kann ich in dieser Situation selbst zu einem günstigen Verlauf beitragen?
Empfehlenswert sind ein gesunder Lebensstil und Sport, denn falls einmal eine Behandlung nötig ist, ist so die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie vom Körper gut verkraftet wird.

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Fragen zum follikulären Lymphom

Ich bin 67 Jahre alt und habe ein follikuläres Lymphom im Stadium IIIA. Mein behandelnder Arzt hat „Watch and- Wait“ empfohlen. Ich habe aber Zweifel, ob das wirklich richtig so ist.
Der Verlauf eines follikulären Lymphoms ist in vielen Fällen so schleichend, dass ein früher Behandlungsbeginn keinen Vorteil im Vergleich zu einem Behandlungsbeginn erst bei Auftreten von konkreten Beschwerden durch das Lymphom bietet. Dies wurde in mehreren Studien nachgewiesen, in denen auch gezeigt wurde, dass ein früher Behandlungsbeginn sogar negative Auswirkungen haben kann. „Watch-and-Wait“ ist daher auch heute noch eine angemessene Therapiestrategie für das fortgeschrittene follikuläre Lymphom, das noch keine besonderen Beschwerden verursacht.

2001 wurde bei mir ein follikuläres Lymphom festgestellt. Durch eine Chemotherapie in Kombination mit Antikörpern ist das Lymphom zurzeit nicht mehr nachweisbar. Da aber bekanntlich die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass es wieder kommt, interessiert mich, welche Therapiemöglichkeiten, wie z.B. neuartige Antikörper, zurzeit in Entwicklung sind? Es sind bei mir auch Stammzellen gesammelt worden, aber die Risiken einer Stammzelltransplantation sind mir zu hoch.
Es sind verschiedene Antikörper in der klinischen Entwicklung, aber es wird noch einige Jahre dauern, bis man ihre Wirksamkeit endgültig beurteilen kann und bis sie in die breite klinische Praxis kommen werden. Es ist momentan am sinnvollsten, zunächst den weiteren Verlauf abzuwarten. Im Falle eines Rückfalls gilt es dann zu prüfen, ob mittlerweile neue Behandlungsmöglichkeiten bestehen. Auch die Möglichkeit der Stammzelltransplantation muss erneut geprüft werden.

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Fragen zum Mantelzell-Lymphom

Ich bin 71 Jahre alt und habe ein Mantelzell- Lymphom seit 1995. Ich habe schon verschiedenste Behandlungen bekommen, u.a. eine Transplantation mit meinen eigenen Stammzellen. Auch Zevalin®, Bendamustin und Velcade® wurden schon eingesetzt. Was kommt jetzt noch in Frage?
In Ihrer Situation ist die Kombination Fludarabin/Cyclophosphamid zusammen mit Rituximab zu überlegen.

Ich habe ein Mantelzell-Lymphom und bin schon mit unterschiedlichsten Chemotherapien behandelt worden. Nach Zevalin®-Therapie sind bei mir die Blutzellwerte dauerhaft zu niedrig, eine Therapie mit Bendamustin musste vorzeitig abgebrochen werden.
In dieser Situation sollte die Möglichkeit einer allogenen Transplantation von einem Familien- oder Fremdspender geprüft werden.

Ich bin 74 und habe ein Mantelzell- Lymphom. Ich habe R-CHOP und Zeva8 lin® bekommen. Wie sind nun meine langfristigen Aussichten? Meine Ärzte meinten, dass mit großer Wahrscheinlichkeit ein Rückfall auftreten wird. Welche Therapien kommen dann in Frage?
Mit dieser Möglichkeit muss man tatsächlich rechnen. Den individuellen Verlauf kann man allerdings nie genau vorhersagen. Tritt tatsächlich ein Rückfall auf, stehen verschiedene chemotherapeutische Substanzen, wie z.B. Fludarabin oder Bendamustin, zur Verfügung, die in Kombination mit dem Antikörper Rituximab eingesetzt werden. Darüber hinaus kommen Rituximab und Interferon als Erhaltungstherapie in Frage.

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Fragen zum Hodgkin Lymphom

Welcher Zusammenhang besteht zwischen einer Mononukleose, einer Autoimmunerkrankung und der Entwicklung eines Lymphoms?
Bei einigen Lymphomen – hier sind vor allem das Hodgkin Lymphom und das Burkitt Lymphom zu nennen – gibt es einen Zusammenhang mit dem Epstein- Barr-Virus, dem Erreger der Mononukleose [= Pfeiffersches Drüsenfieber]. Bei einem Teil der Hodgkin Patienten lässt sich genetisches Material des Epstein- Barr-Virus in den Lymphomzellen nachweisen. Auf der anderen Seite muss man aber bedenken, dass der Durchseuchungsgrad mit diesem Virus bei über 80% liegt und nur ein verschwindend geringer Bruchteil der Menschen, die sich im Laufe ihres Lebens mit dem Epstein-Barr-Virus infiziert haben, ein Lymphom entwickelt. Auch ein Zusammenhang zwischen Hodgkin Lymphom und Autoimmunerkrankungen wird diskutiert. Demnach könnte es möglich sein, dass evtl. ein autoimmunes Geschehen an der Entstehung des Hodgkin Lymphoms beteiligt ist. Trotzdem würde man bei Vorliegen einer Autoimmunerkrankung oder nach Erkrankung an einem Pfeifferschen Drüsenfieber nicht vorbeugend Untersuchungen durchführen, um ein Lymphom auszuschließen.

Ich bin 47 Jahre alt und habe seit 2005 ein Hodgkin Lymphom. Im Jahr 2007 trat ein Rückfall auf. Leider konnte das Lymphom bisher nicht unter Kontrolle gebracht werden. Was kommt nun noch in Frage? Welche neuen Medikamente gibt es beim Hodgkin Lymphom?
Für diese Situation gibt es kein standardisiertes Vorgehen. Als Therapieansatz mit dem Ziel der Heilung kommt bei Patienten mit Rückfall nach autologer Stammzelltransplantation derzeit nur die allogene Stammzelltransplantation von einem Familien- oder Fremdspender in Betracht. Darüber muss allerdings ganz individuell gesprochen werden, denn die Risiken dieser Maßnahme sind insbesondere bei Patienten, die 40 Jahre oder älter sind, beträchtlich. Grundsätzlich kommt in dieser Situation außerdem eine Chemotherapie mit dem Ziel der Verzögerung des weiteren Krankheitsverlaufs in Frage [z.B. mit der Substanz Gemcitabin, ggf. in Kombination mit Vinorelbin und Cortison]. Zu prüfen wäre auch eine Behandlung im Rahmen einer klinischen Studie mit neuen Wirkstoffen, wie z.B. Antikörpern oder sogenannten kleinen Molekülen („small molecules“).

Bei meinem 21jährigen Sohn wurde nach Lymphknotenentnahme am Hals ein Hodgkin Lymphom festgestellt. Nach Untersuchung des Knochenmarks liegt jetzt aber auch noch ein T-Zell-reiches B-Zell-Lymphom vor. Wie behandelt man Mischformen?
In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass bei einem Patienten sowohl ein Hodgkin- als auch ein Non-Hodgkin- Lymphom vorliegt. Grundsätzlich wird in solchen Fällen das aggressivere Lymphom, in diesem Fall das T-Zellreiche B-Zell-Lymphom, behandelt. Für die Therapieplanung spielen bei Patienten mit aggressiven B-Zell-Lymphomen, die jünger als 60 sind, bestimmte Risikofaktoren eine große Rolle (höheres Stadium, Erhöhung des Laborwerts LDH, schlechter Allgemeinzustand, große Lymphommassen).

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Fragen zum diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom

Ich bin 40 Jahre alt, und bei mir wurde ein diffus großzelliges B-Zell-Lymphom festgestellt. Behandelt wurde ich mit 6 x R-CHOP 14 und Bestrahlung bis Mai 2009 mit dem Ergebnis einer teilweisen Rückbildung des Lymphoms. Die Abschlussuntersuchungen stehen noch aus. Wäre es jetzt empfehlenswert, an einer Studie teilzunehmen?
Die Abschlussuntersuchungen sollten noch abgewartet werden. Vor allem kann jetzt eine PET-CT Untersuchung klären, ob das Lymphom verschwunden ist oder leider nicht. Sollte sich aber ein Fortschreiten des Lymphoms zeigen, käme eine Hochdosisbehandlung mit Transplantation eigener (autologer) oder auch fremder (allogener) Stammzellen im Rahmen einer Studie in Frage.

Ich bin 61 Jahre alt und bin gerade mit der Diagnose eines diffusen großzelligen B-Zell-Lymphoms konfrontiert worden. Welche Untersuchungen werden jetzt durchgeführt, und wie sieht es in meinem Alter mit der Therapie aus?
Folgende Untersuchungen stehen jetzt an: Knochenmarkbiopsie, Computertomografie, Blutuntersuchungen und Untersuchungen zur Überprüfung der Herzund Lungenfunktion. Dann wird entschieden, ob die Standardtherapie durchgeführt werden kann. Diese besteht aus einer Chemotherapie (6 x CHOP in zweiwöchigen Abständen), kombiniert mit einem Antikörper (8 x Rituximab).

Ich bin 43 Jahre alt und bin wegen eines diffusen großzelligen B-Zell- Lymphoms mit R-CHOP und Bestrahlung behandelt worden. Wie hoch ist jetzt mein Risiko für eine Zweitkrebserkrankung?
Die Rate liegt bei ca. 10% in den nächsten 10 Jahren. Wichtig ist es daher, regelmäßig an den Nachsorgeuntersuchungen teilzunehmen und auch jetzt schon die üblichen Früherkennungsuntersuchungen, z.B. in Hinblick auf Darmkrebs, wahrzunehmen. Früh erkannt sind auch Zweitkrebserkrankungen gut behandelbar.

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Fragen zum Morbus Waldenström

Welchen Stellenwert hat Beta-2-Mikroglobulin bei Morbus Waldenström, und wie wird diese Erkrankung behandelt?
Das Beta-2-Mikroglobulin ist ein Laborwert, mit dem die Aktivität der Krankheit bewertet werden kann. Wenn der klinische Verlauf konstant ist, kann man den Beta-2-Mikroglobulin-Wert weitgehend ignorieren. In der Behandlung des Morbus Waldenström ist vor allen Dingen die Therapie von Rituximab in Kombination mit Fludarabin die derzeit empfehlenswerte Behandlung, die mit relativ geringen Nebenwirkungen die höchsten Ansprechraten verspricht.

Ich habe Morbus Waldenström und werde mit Rituximab und Bendamustin behandelt. Was halten Sie davon?
Auch auf diese Kombination spricht das Lymphom meistens sehr gut an.

2008 wurde bei mir Morbus Waldenström diagnostiziert. Mein IgM-Wert ist inzwischen von 28 auf 56 mg pro 100 ml angestiegen. Ich habe keine Beschwerden und werde nicht behandelt („Watch-and-Wait“). Sollte man jetzt nicht wenigstens eine Plasmapherese durchführen?
Eine Plasmapherese ist eine Art Blutwäsche zur Reduzierung des IgM-Wertes. Diese Maßnahme wird in der Regel dann eingesetzt, wenn der IgM-Wert sehr hoch ist und akute klinische Symptome bestehen. Dies ist bei Ihnen nicht der Fall. Wenn Sie weiterhin beschwerdefrei sind und auch die übrigen Laborwerte normal sind, kann man weiter abwarten.

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Verschiedene Fragen

Frage zu einem Lymphom der Mandel (Tonsille) Bei mir wurde ein Lymphom im Gaumenmandelbereich entfernt. Ich weiß aber nicht, welche genaue Lymphomart vorliegt.
Das sollten Sie zunächst abklären lassen und ggf. einen Referenzpathologen einschalten.

Fragen zum Haut-Lymphom Meine Hautärztin hat bei mir den Verdacht auf ein Haut-Lymphom, genauer Mycosis fungoides, gestellt. Es wurde eine Hautbiopsie gemacht, aber dabei ist nichts herausgekommen.
Sie sollten entweder eine erneute Biopsie durchführen lassen oder das möglicherweise noch vorhandene Material der bereits durchgeführten Biopsie zu einem Referenzpathologen senden lassen.

Ich habe seit zehn Jahren eine Mycosis fungoides mit großflächigen Veränderungen an der Haut. Ich wurde mit Interferon und Retinoiden behandelt, und das Lymphom hat darauf gut angesprochen. Allerdings habe ich Interferon nicht vertragen, so dass es abgesetzt werden musste.
Wenn es erforderlich wird, Sie wieder zu behandeln, kann man versuchen, Interferon in einer niedrigen Dosierung zu geben und auf ein langwirksames (pegyliertes) Interferonpräparat umzusteigen.

Frage zu einem unklaren Befund Ich habe schon seit einigen Wochen geschwollene Lymphknoten und Nachtschweiß. Außerdem bin ich ständig schlapp. Ein Lymphknoten wurde entfernt und untersucht, aber es ist nichts dabei herausgekommen. Auch die Referenzpathologen konnten keine eindeutige Diagnose stellen.
Die Verdachtsdiagnose „Lymphom“ sollte weiter abgeklärt werden, z.B. mittels CT-Untersuchung und Knochenmarkbiopsie. Darüber hinaus sollten Sie einen Termin bei einem Internisten vereinbaren, um auch alternative Möglichkeiten, wie die Symptomatik zu deuten ist, abzuklären.

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