Köln, 15. September 2004
Ralf Droste (Patient), GREVENBROICH
"Im Herbst 1996 bekam ich die Grippe und fühlte mich schlapp - zu viel gearbeitet, dachte ich. Als sich aber auf die Behandlung mit einem Grippemittel auch nach Wochen noch keine Besserung einstellen wollte, wurde schließlich ein Hodgkin-Lymphom im Stadium IIIB diagnostiziert", berichtete Ralf Droste, Vertreter der Selbsthilfegruppe Morbus Hodgkin, heute bei einer Auftaktveranstaltung zum 6. Internationalen Hodgkin-Symposium in Köln, in dessen Rahmen auch ein Patiententag stattfindet. Droste, dessen Erkrankung mittlerweile zum Stoppen gebracht werden konnte, bekam am Anfang der Therapie von einer Apothekerin ein Heft aus der "blauen Reihe" der Krebshilfe. "Dort las ich von einem speziellen Heft über Morbus Hodgkin, das ich bestellte. So erfuhr ich von der Selbsthilfegruppe Morbus Hodgkin." Mit einer großen Portion Skepsis und einem Bild von "älteren Menschen, die sich gegenseitig bemitleiden und sich von ihren Krankheiten erzählen", nahm er Kontakt zu dieser Gruppe auf. - Er ist heute noch dabei.
"Ich traf lauter nette Menschen unterschiedlichen Alters, die mir bereitwillig meine Fragen beantworteten und ansonsten Lebensfreude ausstrahlten", erzählt der 43-jährige Familienvater. Zwei Jahre lang profitierte er von der Unterstützung durch die Gruppe, danach war es für ihn selbstverständlich, diese Arbeit weiterhin zu fördern und anderen Patienten ebensolche Hilfe zu gewähren. "Ziel der Gruppe ist es, Patienten vor, während oder nach der Therapie beizustehen und die mit der Erkrankung und deren Behandlung verbundenen Ängste und Probleme zu meistern", so Droste. Dies geschieht durch persönlichen Kontakt bei Besuchen der Gruppen-Abende, am Telefon oder per Brief beziehungsweise E-Mail.
Die Selbsthilfegruppe Morbus Hodgkin hat außerdem das blaue Heft Nr. 21 der Deutschen Krebshilfe ("Morbus Hodgkin") verfasst, einen Ratgeber für den Umgang mit Ärzten geschrieben und einen "Chemo-Ratgeber" erstellt. Die Gruppe hat eine eigene Homepage (http://www.morbus-hodgkin.de), die über Jahre hinweg gewachsen ist und jetzt überholt werden soll. "Von Zeit zu Zeit laden wir auch Referenten ein, mit denen wir an den Gruppenabenden über bestimmte Themen diskutieren, die alle Gruppenmitglieder und weitere interessierte Besucher ansprechen sollen" berichtet Droste.
Wichtig ist daneben jedoch auch der "inoffizielle" Teil der Gruppenarbeit: Veranstaltungen wie Grillabende, Wochenendtouren oder ein "Arbeits"wochenende in Nümbrecht, bei dem die Arbeit reflektiert und neue Themen geplant werden, fördern den Zusammenhalt in der Gruppe.
"In Zukunft wollen wir unsere Kontakte mit der Uniklinik Köln und dem Kompetenznetz Maligne Lymphome intensivieren und unsere Homepage neu gestalten, damit sie auf unsere wesentliche Aufgabe optimal ausgerichtet ist: Verbindungsglied zwischen Patient und Arzt zu sein." Die Selbsthilfegruppe Morbus Hodgkin unter der Leitung von Veronika Dick und Ralf Droste bereitet derzeit die Gründung eines eingetragenen Vereins vor. Die Eintragung ins Vereinsregister wird in diesen Tagen vollzogen.
Weitere Informationen:
Selbsthilfegruppe Morbus Hodgkin
Ralf Droste
Leipziger Str. 4
41516 Grevenbroich
Tel. 02182 / 3702 (19.00-20.00 Uhr)
Fax 0211 / 313931
E-Mail: E-Mail-Adresse
Internet: www.morbus-hodgkin.de
Die Gruppe trifft sich jeden 3. Montag im Monat ab 19.30 Uhr in Köln im Bürgerzentrum Ehrenfeld (Böze), Venloer Str. 429, 50825 Köln.
Der Patiententag im Rahmen des 6. Internationalen Hodgkin-Symposiums findet am 18. September 2004 ab 10.00 Uhr im Hauptgebäude der Universität zu Köln statt.
Weitere Informationen auf der Website zum Patiententag.